Buchbesprechung:
Claudia Winter: Die wolkenfischerin ( Goldmann)
Klappentext:
Charmant und gewitzt hat sich Claire Durant auf der Kariereleiter eines Berliner Gourmet- Magazins ganz nach oben geschummelt. denn niemand ahnt, dass die Französin weder eine waschechte Pariserin ist noch Kunst studiert hat- bis sie einen Hilferuf aus der Bretagne erhält, wo sie in Wahrheit aufgewachsen ist: Ihre Mutter muss ins Krankenhaus und kann Claires gehörlose Schwester nicht allein lassen.Claire reist ib das kleine Dorf am Meer und ahnt noch nicht, dass ihre Gefühlswelt gehörig in Schieflage geraten wird. Denn ihr Freund Nicolas aus gemeinsamen Kindertagen ist längst nicht mehr der schüchterne Junge, der er einmal war, und dann taucht aus heiterem Himmel auch noch ihr Chef auf. Claire muss improvisieren, um ihr Lügengespinnst aufrecht zu erhalten- und stiftete ein heilloses Durcheinander in dem sonst so beschaulichen Örtchen Mogueriec.
Besprechung:
Moguériec das Heimatdorf von Claire, die eigentlich Gwenaelles heißt, ein Paar Höuser, ein Friseur, ein Restaurant, jede Menge Fischerboote an der Küste der Bretagne. Diesen Ort wollte Claire hinter sich lassen. In Berlin hat sie eine neue Heimat gefunden und genießt den Ruf einer hippen Pariserin, die sich bei Kunst und Kultur auskennt und einen erlesenen Geschmack hat.
Als sie einen Posten als Chefredaktwurin angeboten bekommt, scheinen sich alle ihre Träume zu erfüllen.
Ein kurzer Anruf zerstört alle ihre Pläne. Ihre Mutter ist im Krankenhaus und sie muss sich um ihre taube Schwester kümmern, also muss sie zurück in dieses Kaff, dabei sollte sie eigentlich nach Paris zu eine Ausstellung!
Dort angekommen trifft sie ihren Jugendfreund Nicolas und alle anderen Dorfbewohner.
Die Ankunft dort gestaltet sich schwierig. Maely ist nicht gerade begeistert ihre Schwester zu sehen, denn vor 19 Jahren hat Claire/ Gwenaelles versprochen bald wieder zu kommen, das hat sie nicht gehalten. Dieses Wiedersehen ist sehr intensiv und manchmal schmerzhaft.
So ein kleiner Ort quillt über mit witzigen, kuriosen und seltsamen Gestalten- und in Claires Abwesenheit haben sich einige natürlich auch verändert.
Moguériec steht sinnbildlicg für Tradition und Veränderung, für Wurzeln, Familie und auch Neuanfang.
Das Buch überzeugte mich von Beginn an. Ich mochte die Charaktere, die landschaftliche Untermalung, die Schilderungen dea Meeres, die vielen Blautöne....!
Und natürluch habe ich mich wie immer bei Claudia Winters Romanen auf die Rezepte gefreut. 😊
Ich würde gerne mal in die Bretagne fahren!! Seufz!!
Wunderbare Lesestunden wünsche ich allen LeserInnen.
Sonntag, 21. Januar 2018
Buchbesprechung: Alica Munro - Wozu wollen Sie das wissen?
Buchbesprechung:
Alice Munro - Wozu wollen sie das wissen?
Elf Geschichten aus meiner Familie.
Fischer Taschenbuch
Klappentext:" Wozu wollen Sie das wissen?" Alice Munros Spurensuche in der eigenen Familiengeschichte und Erinnerung führt in die reizvolle Wirklichkeit von Dichtung und Wahrheit: elf neue Erzählungen der goßen kanadischen Autorin, in denen sie Historie und Imagination auf faszinierende Weise miteinander verquickt.
Meine Meinung:
Es ist ein sehr persönliches und privates Buch, den es erzählt die Geschichte Ihrer Ahnen angefangen im frühen 17.Jahrhundert in Schottland.
Zu William Laidlaw in Schottland, als es noch Feen und Geister gab.
Munro schafft es mit wenigen Sätzen das Leben der Menschen und ihr Umfeld vor dem Leser zu entfallten. Auch die Kauzigkeit und Eigenheiten der Menschen.
Von Schottland aus macht sie sich auf den Weg mit den Auswanderern nach Kanada. Die meisten waren Schäfer, später Farmer - lauter einfache aber eigenwillige Menschen und sehr viele von ihnen mit einem Hang zum Schreiben.
Munro lässt uns teilhaben an den Sehnsüchten und Wünschen der Menschen, die meist unter dem Alltag verborgen bleiben und nur selten aufblitzen.
Die liebevolle Familienchronik ist jede Seite wert. Sie ist spannend und sehr einfühlsam geschrieben.
Alice Munro - Wozu wollen sie das wissen?
Elf Geschichten aus meiner Familie.
Fischer Taschenbuch
Klappentext:" Wozu wollen Sie das wissen?" Alice Munros Spurensuche in der eigenen Familiengeschichte und Erinnerung führt in die reizvolle Wirklichkeit von Dichtung und Wahrheit: elf neue Erzählungen der goßen kanadischen Autorin, in denen sie Historie und Imagination auf faszinierende Weise miteinander verquickt.
Meine Meinung:
Es ist ein sehr persönliches und privates Buch, den es erzählt die Geschichte Ihrer Ahnen angefangen im frühen 17.Jahrhundert in Schottland.
Zu William Laidlaw in Schottland, als es noch Feen und Geister gab.
Munro schafft es mit wenigen Sätzen das Leben der Menschen und ihr Umfeld vor dem Leser zu entfallten. Auch die Kauzigkeit und Eigenheiten der Menschen.
Von Schottland aus macht sie sich auf den Weg mit den Auswanderern nach Kanada. Die meisten waren Schäfer, später Farmer - lauter einfache aber eigenwillige Menschen und sehr viele von ihnen mit einem Hang zum Schreiben.
Munro lässt uns teilhaben an den Sehnsüchten und Wünschen der Menschen, die meist unter dem Alltag verborgen bleiben und nur selten aufblitzen.
Die liebevolle Familienchronik ist jede Seite wert. Sie ist spannend und sehr einfühlsam geschrieben.
Mittwoch, 10. Januar 2018
Buchbesprechung: Marianne Fredriksson- Geliebte Tochter
So heute wird die nächste Besprechung nachgeliefert. 😊
Marianne Fredriksson: Geliebte Tochter (Fischer) Taschenbuch
Klappentext: Sie ist jung, attraktiv und genießt es, verliebt zu sein.
Auch ohne feste Beziehung will die Architektin Katerina das Kind ihres Liebhabers Jack bekommen. Ihre Mutter Elisabeth reagiert, anders als Katarina erwartet, mit Verständnis und Freude. Doch Jack rastet aus. Außer sich vor Wut schlägt er seine Geliebte bewusstlos. Jetzt erkennt Elisabeth, dass sie die Wahrheit nicht mehr verschweigen kann. Sie muss erzählen, wovor sie die geliebte Tochter immer bewahren wollte.
Inhalt
Katerina will das Kind ihres Liebhabers Jack bekommen. Als er davon erfährt schlägt er sie krankenhausreif. Als sie im Krankenhaus wieder aufwacht, fallen ihr Erinnerungen aus ihrer Kindheit ein, die sehr bedrückend sind. Denn auch ihre Mutter wurde geschlagen und zwar über Jahre. Katerina fragt sich, wieso igre Mutter Elisabeth, die stark, intelligent und unabhängig ist, dies mit sich hat machen lassen und sich nicht gewehrt hat. Wird auch das ertragen von Gewalt vererbt und nicht nur die Gewaltneigung?
Um dies zu begreifen muss Katerina mit ihrer Mutter sprechen, denn nur so kann sie ihr Leben meistern. Sie redet mit ihrer Mutter und mit immer mehr aufkommenden Erinnerungen werden ihr auch Zusammenhänge klar und sie erkennt, weshalb Elisabeth ihren Mann nicht verlassen hat.
Meine Meinung:
Mit " Geliebte Tochter" greift Marianne Fredriksson ein schrieriges Thema auf: Gewalt gegen Frauen.
Manchmal erzählt sie die Lebensgeschichte von Elisabeth sehr nüchtern, was ich ein gutes Stilmittel fand. Es gelingt ihr sehr gut die sanfte Annäherung zwischen Katerina und Elisabeth zu beschreiben.
Ein lesenswertes Buch, dass ein Thema unserer Zeit unter Einbeziehung persönlicher Schicksale beleuchtet und dabei auch den Einfluss der Erziehung in der Kindheit nicht vernachlässigt. Dabei wird auf jede Art von Moralisierung verzichtet.
Wieder ein wunderbares Buch von Marianne Fredriksson, wie alle ihre Bücher in einem schöner Schreibstil geschrieben.
Klappentext: Sie ist jung, attraktiv und genießt es, verliebt zu sein.
Auch ohne feste Beziehung will die Architektin Katerina das Kind ihres Liebhabers Jack bekommen. Ihre Mutter Elisabeth reagiert, anders als Katarina erwartet, mit Verständnis und Freude. Doch Jack rastet aus. Außer sich vor Wut schlägt er seine Geliebte bewusstlos. Jetzt erkennt Elisabeth, dass sie die Wahrheit nicht mehr verschweigen kann. Sie muss erzählen, wovor sie die geliebte Tochter immer bewahren wollte.
Inhalt
Katerina will das Kind ihres Liebhabers Jack bekommen. Als er davon erfährt schlägt er sie krankenhausreif. Als sie im Krankenhaus wieder aufwacht, fallen ihr Erinnerungen aus ihrer Kindheit ein, die sehr bedrückend sind. Denn auch ihre Mutter wurde geschlagen und zwar über Jahre. Katerina fragt sich, wieso igre Mutter Elisabeth, die stark, intelligent und unabhängig ist, dies mit sich hat machen lassen und sich nicht gewehrt hat. Wird auch das ertragen von Gewalt vererbt und nicht nur die Gewaltneigung?
Um dies zu begreifen muss Katerina mit ihrer Mutter sprechen, denn nur so kann sie ihr Leben meistern. Sie redet mit ihrer Mutter und mit immer mehr aufkommenden Erinnerungen werden ihr auch Zusammenhänge klar und sie erkennt, weshalb Elisabeth ihren Mann nicht verlassen hat.
Meine Meinung:
Mit " Geliebte Tochter" greift Marianne Fredriksson ein schrieriges Thema auf: Gewalt gegen Frauen.
Manchmal erzählt sie die Lebensgeschichte von Elisabeth sehr nüchtern, was ich ein gutes Stilmittel fand. Es gelingt ihr sehr gut die sanfte Annäherung zwischen Katerina und Elisabeth zu beschreiben.
Ein lesenswertes Buch, dass ein Thema unserer Zeit unter Einbeziehung persönlicher Schicksale beleuchtet und dabei auch den Einfluss der Erziehung in der Kindheit nicht vernachlässigt. Dabei wird auf jede Art von Moralisierung verzichtet.
Wieder ein wunderbares Buch von Marianne Fredriksson, wie alle ihre Bücher in einem schöner Schreibstil geschrieben.
Buchbesprechung: Edmund De Waal: Der Hase mit den Bernsteinaugen.
So nachdem ich um letzten halbe Jahr so einiges gelesen habe, aber nicgts davon hier reingestellt habe wird das nun nachgeholt. 😊
Dieses Buch hat mich definitiv am meisten beeindruckt und berührt.
Edmund De Waal: Der Hase mit den Bernsteinaugen ( dtv) Paperback
Dieses Buch erzählt die Geschichte der Bankiersfamilie Ephrussi über die letzten 150 Jahre hinweg. De Waal schildert uns die Geschicke seiner jüdischen Vorfahren, die Mitte des 19.Jahrhunderts als kleine Handelsunternehmer in Odessa begannen eines der reichsten Finanzimperien in Europa aufzubauen und die schließlich in der Nazizeit verfolgt und enteignet wurden und alles verloren, bis auf eine einzigartige Sammlung von 264 Netsuke die durch eine loyale Hausangestellte gerettet wurde.
Netsuke sind etwa fingergroße Tier- und Menschenfiguren, kunstvoll und mit liebevollen Details aus Kastanien-, Buchsbaum-, Wurzelholz und Elfenbein geschnitzt. Seit dem 17. Jahrhundert dieneten sie als Knöpfe, Schnallen, und ähnliche Dekorationen, oder sie waren einfach dazu da sie in der Hand zu halten oder in der Jackentasche mit sich zu führen.
Die Wege der Familie führen von Odessa nach Paris, der dort ansässige Spross der Familie leitet das Bankhaus in Paris, fühlt sich aber mehr zu den schönen Künsten hingezogen und kehrt der Bank den Rücken.
Er beginnt Netsuke zu sammeln, gibt eine Kunstzeitschrift heraus, schreibt Artikel über Dürer und ist ein großer Kunstmäzen. Er sammelt Impressionisten und war mit Marcel Proust befreundet.
Später zog ein Teil der Familie nach Wien und dorthin wurde diese Netsuke- Sammlung verschenkt.
Sie lebten bis zum Anschluß Österreichs an Deutschland priviligiert in Wien. Nach Hitlers Aufstieg wurde die Familie enteignet und in alle Welt zerstreut.
Der Autor ist ein Nachkomme einer der Töchter, die nach England emigrieren konnte. Es ist tief berührend wie anschaulich und einfühlsam er versucht die Familiengeschichte zu rekonstruieren.
Ich habe wirklich viel geschichtliches und auch kunstgeschichtliches erfahren, was ich so nicht kannte. Die Beziehungen zu Künstlern, der Politik etc. in Paris und Wien sind so anschaulich beschrieben, dass man sich gut in das Leben damals einfühlen kann.
Ich werde mir auf jedenfall mal in einem Museum diese kleinen Kunstwerke ansehen und auch manches Bild der Impressionisten anders betrachten ( z.B. das Gemälde von Renoire "Das Frühstück der Ruderer".
Wenn ich das nächste Mal in Wien bin möchte ich mir das Haus der Ephrussis mal von aussen ansehen.
Eine so packende Familiengeschichte habe ich selten gelesen!!
Ich kann das Buch aus vollem Herzen empfehlen.❣
Dieses Buch hat mich definitiv am meisten beeindruckt und berührt.
Edmund De Waal: Der Hase mit den Bernsteinaugen ( dtv) Paperback
Dieses Buch erzählt die Geschichte der Bankiersfamilie Ephrussi über die letzten 150 Jahre hinweg. De Waal schildert uns die Geschicke seiner jüdischen Vorfahren, die Mitte des 19.Jahrhunderts als kleine Handelsunternehmer in Odessa begannen eines der reichsten Finanzimperien in Europa aufzubauen und die schließlich in der Nazizeit verfolgt und enteignet wurden und alles verloren, bis auf eine einzigartige Sammlung von 264 Netsuke die durch eine loyale Hausangestellte gerettet wurde.
Netsuke sind etwa fingergroße Tier- und Menschenfiguren, kunstvoll und mit liebevollen Details aus Kastanien-, Buchsbaum-, Wurzelholz und Elfenbein geschnitzt. Seit dem 17. Jahrhundert dieneten sie als Knöpfe, Schnallen, und ähnliche Dekorationen, oder sie waren einfach dazu da sie in der Hand zu halten oder in der Jackentasche mit sich zu führen.
Die Wege der Familie führen von Odessa nach Paris, der dort ansässige Spross der Familie leitet das Bankhaus in Paris, fühlt sich aber mehr zu den schönen Künsten hingezogen und kehrt der Bank den Rücken.
Er beginnt Netsuke zu sammeln, gibt eine Kunstzeitschrift heraus, schreibt Artikel über Dürer und ist ein großer Kunstmäzen. Er sammelt Impressionisten und war mit Marcel Proust befreundet.
Später zog ein Teil der Familie nach Wien und dorthin wurde diese Netsuke- Sammlung verschenkt.
Sie lebten bis zum Anschluß Österreichs an Deutschland priviligiert in Wien. Nach Hitlers Aufstieg wurde die Familie enteignet und in alle Welt zerstreut.
Der Autor ist ein Nachkomme einer der Töchter, die nach England emigrieren konnte. Es ist tief berührend wie anschaulich und einfühlsam er versucht die Familiengeschichte zu rekonstruieren.
Ich habe wirklich viel geschichtliches und auch kunstgeschichtliches erfahren, was ich so nicht kannte. Die Beziehungen zu Künstlern, der Politik etc. in Paris und Wien sind so anschaulich beschrieben, dass man sich gut in das Leben damals einfühlen kann.
Ich werde mir auf jedenfall mal in einem Museum diese kleinen Kunstwerke ansehen und auch manches Bild der Impressionisten anders betrachten ( z.B. das Gemälde von Renoire "Das Frühstück der Ruderer".
Wenn ich das nächste Mal in Wien bin möchte ich mir das Haus der Ephrussis mal von aussen ansehen.
Eine so packende Familiengeschichte habe ich selten gelesen!!
Ich kann das Buch aus vollem Herzen empfehlen.❣
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Dienstag, 4. Juli 2017
Diesen Blog aus seinem Dornröschenschlaf wecken
Ich habe sehr, lange hier nicht mehr wirklich geschrieben.
Außer hin und wieder eine Buchbesprechung- nichts.
Das soll sich ändern.
Dafür werde ich ihn ein wenig "umbauen."
Es wird eine Unterrubrik für die Buchbesprechungen geben und vielleicht auch noch zu anderen Bereichen. Da muss ich nochmal in mich gehen.
Ja ich denke es wird auch noch einen für meinen spirituellen Weg geben, den ich seit ca. 3 Jahren gehe.
Also noch etwas Geduld- aber ich werde dranbleiben und wieder aktiv werden.
Das verspreche ich mir somit gerade mal selber❣❣
Außer hin und wieder eine Buchbesprechung- nichts.
Das soll sich ändern.
Dafür werde ich ihn ein wenig "umbauen."
Es wird eine Unterrubrik für die Buchbesprechungen geben und vielleicht auch noch zu anderen Bereichen. Da muss ich nochmal in mich gehen.
Ja ich denke es wird auch noch einen für meinen spirituellen Weg geben, den ich seit ca. 3 Jahren gehe.
Also noch etwas Geduld- aber ich werde dranbleiben und wieder aktiv werden.
Das verspreche ich mir somit gerade mal selber❣❣
Donnerstag, 23. Februar 2017
Buchbesprechung: Monika Felten, Die Nebelsängerin (Piper)
Buchbesprechung: Monika Felten: Die Nebelsängerin
Das Erbe der Runen 1 (Piper)
Bis kurz vor ihrem 16. Geburtstag ist Ajana ein ganz normaler Teenager.
Aber plötzlich geschehen lebensbedrohliche Dinge und dann kommt ein Brief der ihr verkündet dass es da eine irische Urgroßmutter gab, von der sie erbt.
An ihrem 16. Geburtstag erbt sie ein merkwürdiges aber wunderschönes Amulett und damit beginnt das Abenteuer.
Wieso versteht sie plötzlich eine ihr völlig fremde Sprache und wie kommt sie in das fremde Land, in dem sie als erstes fast umkommt?!
Wieso gerät ausgerechnet sie in die Auseinandersetzungen zwischen den Stämmen von Nymath und den Uzoma und wem kann sie trauen.
Eine Gut zu verstehende Fantasiegeschichte, ich habe sie regelrecht inhaliert.
Die Protagonisten werden einem recht vertraut und der Leser ist sofort mitten drinn im Geschehen. Gefühle wie Angst, Mut, Freundschaft werden sehr schön formuliert und die Figuren wachsen einem ans Herz.
Bei einigen Szenen hätte ich mir gewünscht das nicht alles so gradlinig gewesen wäre.
Das Ende ist sehr offen, aber ich hatte dann auch einiges zu Denken und zu hinterfragen, so das Band 2 ein MUSS für mich sein wird. Möchte ja wissen wie es weiter geht und wer der Typ mit dem Schlapphut ist.
Vorne ist eine Karte drin und hinten im Anhang ein Glossar und es werden die unterschiedlichen Stämme erklärt.Ganz zum Schluss kommen die Erklärungen der Runen, was ich besonders toll fand, da ich gerade mit Runen beginne zu beschäftigen.
Das Erbe der Runen 1 (Piper)
Der 1. Band einer Fantasy Trilogie
Bis kurz vor ihrem 16. Geburtstag ist Ajana ein ganz normaler Teenager.
Aber plötzlich geschehen lebensbedrohliche Dinge und dann kommt ein Brief der ihr verkündet dass es da eine irische Urgroßmutter gab, von der sie erbt.
An ihrem 16. Geburtstag erbt sie ein merkwürdiges aber wunderschönes Amulett und damit beginnt das Abenteuer.
Wieso versteht sie plötzlich eine ihr völlig fremde Sprache und wie kommt sie in das fremde Land, in dem sie als erstes fast umkommt?!
Wieso gerät ausgerechnet sie in die Auseinandersetzungen zwischen den Stämmen von Nymath und den Uzoma und wem kann sie trauen.
Eine Gut zu verstehende Fantasiegeschichte, ich habe sie regelrecht inhaliert.
Die Protagonisten werden einem recht vertraut und der Leser ist sofort mitten drinn im Geschehen. Gefühle wie Angst, Mut, Freundschaft werden sehr schön formuliert und die Figuren wachsen einem ans Herz.
Bei einigen Szenen hätte ich mir gewünscht das nicht alles so gradlinig gewesen wäre.
Das Ende ist sehr offen, aber ich hatte dann auch einiges zu Denken und zu hinterfragen, so das Band 2 ein MUSS für mich sein wird. Möchte ja wissen wie es weiter geht und wer der Typ mit dem Schlapphut ist.
Vorne ist eine Karte drin und hinten im Anhang ein Glossar und es werden die unterschiedlichen Stämme erklärt.Ganz zum Schluss kommen die Erklärungen der Runen, was ich besonders toll fand, da ich gerade mit Runen beginne zu beschäftigen.
Ich werde sicher auch noch andere Bücher dieser Autorin lesen.
Der 2.Band ist heute gekommen und ich werde mich dann demnächst wieder einschließen - lach
Buchbesprechung: Isabel Allende, Der japanische Liebhaber (Suhrkamp)
Wieder eine neue Buchbesprechung.
Isabel Allende: Der japanische Liebhaber
Die junge Irina findet eine Anstellung in einem Altenheim und lernt dort die verschiedensten Charaktere kennen. Nachdem sie Schlimmes durchgemacht hat und ihre Vergangenheit so weit wie möglich hinter sich lassen möchte, ist die Arbeit mit den alten Menschen Balsam für ihre Seele. An ihrem neuen Arbeitsplatz lernt sie auch die hochbetagte Dame Alma und deren Enkel Seth kennen, der sich in sie verliebt und zunächst vergebens um sie wirbt. Doch beide haben ein gemeinsames Vorhaben: sie wollen herausfinden, wohin Alma so oft verschwindet, von wem sie Briefe erhält und jede Woche Blumen. Gemeinsam begeben sie sich auf die Spuren von Almas Vergangenheit und lösen das Rätsel um den „japanischen Liebhaber.“
Dieser Roman von Allende ist wieder eine Familiengeschichte, aber eben nicht nur.
Sie schlägt einerseits einen weiten Bogen von Warschau vor Beginn des 2. Weltkrieges über die Internierungslager der Amerikaner für in den USA lebende Japaner. Aber auch von Moldawien bis in die USA, mit pädophilen Organisationen.
Die Liebe spielt eine tragende Rolle, nicht nur im romantischen Sinne, sondern auch auf vielfältige andere Weise, denke man an die geschwisterliche Liebe, die Alma mit Nathaniel verbindet oder die, welche Kirsten, die Mitarbeiterin Almas mit Down-Syndrom für jene empfindet und diese zulässt. Noch in die Beziehung zu ihrer Katze Neko lässt Allende ganz viel Liebe einfließen und natürlich zu ihrem japanischen Liebhaber.
Ich bin immer wieder begeistert wie die Autorin es schafft die Gefühlswelt und die Zerissenheit ihrer Protogonisten so wunderbar durch ihre Worte etstehen zu lassen ( was in der deutschen Übersetzung auch ein Lob für die Übersetzerin Svenja Becker einschließt).
Ein wunderbarer leiser Roman, den ich weiterempfehlen kann.
Dabei ist mir aufgefallen, wo ist das Geisterhaus hinverschwunden??!!!
Isabel Allende: Der japanische Liebhaber
Die junge Irina findet eine Anstellung in einem Altenheim und lernt dort die verschiedensten Charaktere kennen. Nachdem sie Schlimmes durchgemacht hat und ihre Vergangenheit so weit wie möglich hinter sich lassen möchte, ist die Arbeit mit den alten Menschen Balsam für ihre Seele. An ihrem neuen Arbeitsplatz lernt sie auch die hochbetagte Dame Alma und deren Enkel Seth kennen, der sich in sie verliebt und zunächst vergebens um sie wirbt. Doch beide haben ein gemeinsames Vorhaben: sie wollen herausfinden, wohin Alma so oft verschwindet, von wem sie Briefe erhält und jede Woche Blumen. Gemeinsam begeben sie sich auf die Spuren von Almas Vergangenheit und lösen das Rätsel um den „japanischen Liebhaber.“
Dieser Roman von Allende ist wieder eine Familiengeschichte, aber eben nicht nur.
Sie schlägt einerseits einen weiten Bogen von Warschau vor Beginn des 2. Weltkrieges über die Internierungslager der Amerikaner für in den USA lebende Japaner. Aber auch von Moldawien bis in die USA, mit pädophilen Organisationen.
Die Liebe spielt eine tragende Rolle, nicht nur im romantischen Sinne, sondern auch auf vielfältige andere Weise, denke man an die geschwisterliche Liebe, die Alma mit Nathaniel verbindet oder die, welche Kirsten, die Mitarbeiterin Almas mit Down-Syndrom für jene empfindet und diese zulässt. Noch in die Beziehung zu ihrer Katze Neko lässt Allende ganz viel Liebe einfließen und natürlich zu ihrem japanischen Liebhaber.
Ich bin immer wieder begeistert wie die Autorin es schafft die Gefühlswelt und die Zerissenheit ihrer Protogonisten so wunderbar durch ihre Worte etstehen zu lassen ( was in der deutschen Übersetzung auch ein Lob für die Übersetzerin Svenja Becker einschließt).
Ein wunderbarer leiser Roman, den ich weiterempfehlen kann.
Dabei ist mir aufgefallen, wo ist das Geisterhaus hinverschwunden??!!!
Samstag, 18. Februar 2017
Buchbesprechung:Anne Michaels - Wintergewölbe ( Berlin Verlag)
Buchbesprechung: Anne Michaels, Wintergewölbe
(Berlin Verlag)
Ich kannte die Autorin garnicht, hatte das Buch auf einem Tisch mit Mängelexemplaren entdeckt.
Klappentext:
Jean durchstreift das verweiste Bett des begradigten St.Lorenz- Stroms und sammelte Pflanzen, letzte Zeugnisse einer Landschaft, die es so nicht mehr geben wird.
Avery ist Ingenieur und war maßgeblich an der Flussbegradigung beteiligt. Als beide sich begegnen, ist es Liebe auf den ersten Blick.
Dann erhält Avery den Auftrag, den gigantischen Abu-Simbel-Tempel zu versetzen. Jean begleitet ihn nach Ägypten. Sie wollen sich der ungeheurenAufgabe gemeinsam stellen, doch sie finden keine Sprache für ihr Unbehagen. Sie flüchten sich in die Beschwörung ihrer Nähe, ihrer Liebe. Nacht für Nacht erzählen sie einander die Geschichte ihrer Herkunft, ihrer Familien und kommen sich dabei abhanden, noch bevor sie selbst ein schwerer Verlust trifft, der alles verändert.
Meine Meinung: So wie Anne Michaels diese Liebesgeschichte erzählt habe ich selten eine gelesen. Sehr poetisch, mit schönen Wortbildern und schöner Sprache und leisen Zwischentönen.
Sie ist eine sensible Beobachterin der zwischenmenschlichen Beziehungen und auch Verstörungen.
Avery wird an den Nasser- Staudamm geschickt. Er soll die Götterstatuen des Abu-Simbel-Tempels vor dem Versinken retten, bevor er geflutet wird. Vorsichtig auseinander geschnitten sollen sie an höherer Stelle wieder zusammengesetzt werden. Eine nicht nur fachlich, sondern auch moralisch extrem heikle Aufgabe für den Ingenieur, denn mit dem Staudamm wird auch der Lebensraum einer ganzen Kultur, nämlich des nubischen Volkes zwangsweise zerstört. Beide spüren deutlich diesen Verlust. Das macht sie noch sensibler für ihre eigene Geschichte.Sie öffnen sich einander, erzählen sich gegenseitig ihr Leben, reden von Verlusten, Hoffnungen, Wünschen, Sehnsüchten. Der Autorin geht es dabei auch um die Grundsatzfrage, ob für den technischen Fortschritt die natürliche Umwelt geopfert werden darf.
Jean wir in dieser Zeit schwanger, doch sie verliert das Kind und fällt damit in eine tiefe Krise. Ihre Liebe wird auf eine harte Probe gestellt, denn es gelingt ihnen nicht über den schmerzlichen Verlust zu reden.
Zurück in Kanada trennen sie sich vorübergehend.
Im zweiten Teil des Buches lernt Jean einen anderen Mann kennen.
Einen Mann aus Polen, der den zweiten Weltkrieg zwar überlebt hat im Warschauer Ghetto, aber seine Mutter verloren hat und von seinem Stiefvater kurz nachdem sie sich endlich wieder gefunden haben verlassen wird. Auch hier wieder das langsame Annähern der beiden gebrochenen, einsamen Seelen sehr feinfühlig erzählt. Aber auch das Graurn dass der Junge in Warschau erlebt hat, das Hausen in Kellerlöchern, den Wiederaufbau, die brutalität der russischen Soldaten. Die Migration mit Freunden nach Kanada.Jean leidet unter der Trennung von Avery kann aber auch nicht auf ihn zugehen und umgekehrt. Lucjan ist ein zutiefst einsamer Mensch, trotz vieler Freunde.
Die einzige Verbindung zu Avery sind Telefonate in denen er aber nur von seinem Studium erzählt und die freundschaftliche,warme Beziehung zu seiner Mutter auf dem Land. Zu der Jean regelmäßig fährt um dort den Garten den sie aus den Samen der Pflanzen ihrer verstorbenen Mutter angelegt hat, zu hegen und zu pflegen. Sie braucht das Gefühl in der Erde zu arbeiten.
Im dritten Teil geschieht dann am 1.Todestag des todgeborenen Kindes wieder eine Annäherung zwischen Avery und Jean.
Wintergewölbe ist der Roman einer großen Liebe, eigentlich über Liebe an sich.
Anne Michaels hat dafür eine bildmächtige, methaphernreiche Sprache gefunden, die einen staunen macht, weil sie mit jedem Wort, jedem Satz ganze Gefühlswelten erschließt.
Manche Sätze möchte man 2-3 mal lesen, einfach um sich die Worte und die Bilder einzuprägen.
Ein wunderbarer Roman.
(Berlin Verlag)
Ich kannte die Autorin garnicht, hatte das Buch auf einem Tisch mit Mängelexemplaren entdeckt.
Klappentext:
Jean durchstreift das verweiste Bett des begradigten St.Lorenz- Stroms und sammelte Pflanzen, letzte Zeugnisse einer Landschaft, die es so nicht mehr geben wird.
Avery ist Ingenieur und war maßgeblich an der Flussbegradigung beteiligt. Als beide sich begegnen, ist es Liebe auf den ersten Blick.
Dann erhält Avery den Auftrag, den gigantischen Abu-Simbel-Tempel zu versetzen. Jean begleitet ihn nach Ägypten. Sie wollen sich der ungeheurenAufgabe gemeinsam stellen, doch sie finden keine Sprache für ihr Unbehagen. Sie flüchten sich in die Beschwörung ihrer Nähe, ihrer Liebe. Nacht für Nacht erzählen sie einander die Geschichte ihrer Herkunft, ihrer Familien und kommen sich dabei abhanden, noch bevor sie selbst ein schwerer Verlust trifft, der alles verändert.
Meine Meinung: So wie Anne Michaels diese Liebesgeschichte erzählt habe ich selten eine gelesen. Sehr poetisch, mit schönen Wortbildern und schöner Sprache und leisen Zwischentönen.
Sie ist eine sensible Beobachterin der zwischenmenschlichen Beziehungen und auch Verstörungen.
Avery wird an den Nasser- Staudamm geschickt. Er soll die Götterstatuen des Abu-Simbel-Tempels vor dem Versinken retten, bevor er geflutet wird. Vorsichtig auseinander geschnitten sollen sie an höherer Stelle wieder zusammengesetzt werden. Eine nicht nur fachlich, sondern auch moralisch extrem heikle Aufgabe für den Ingenieur, denn mit dem Staudamm wird auch der Lebensraum einer ganzen Kultur, nämlich des nubischen Volkes zwangsweise zerstört. Beide spüren deutlich diesen Verlust. Das macht sie noch sensibler für ihre eigene Geschichte.Sie öffnen sich einander, erzählen sich gegenseitig ihr Leben, reden von Verlusten, Hoffnungen, Wünschen, Sehnsüchten. Der Autorin geht es dabei auch um die Grundsatzfrage, ob für den technischen Fortschritt die natürliche Umwelt geopfert werden darf.
Jean wir in dieser Zeit schwanger, doch sie verliert das Kind und fällt damit in eine tiefe Krise. Ihre Liebe wird auf eine harte Probe gestellt, denn es gelingt ihnen nicht über den schmerzlichen Verlust zu reden.
Zurück in Kanada trennen sie sich vorübergehend.
Im zweiten Teil des Buches lernt Jean einen anderen Mann kennen.
Einen Mann aus Polen, der den zweiten Weltkrieg zwar überlebt hat im Warschauer Ghetto, aber seine Mutter verloren hat und von seinem Stiefvater kurz nachdem sie sich endlich wieder gefunden haben verlassen wird. Auch hier wieder das langsame Annähern der beiden gebrochenen, einsamen Seelen sehr feinfühlig erzählt. Aber auch das Graurn dass der Junge in Warschau erlebt hat, das Hausen in Kellerlöchern, den Wiederaufbau, die brutalität der russischen Soldaten. Die Migration mit Freunden nach Kanada.Jean leidet unter der Trennung von Avery kann aber auch nicht auf ihn zugehen und umgekehrt. Lucjan ist ein zutiefst einsamer Mensch, trotz vieler Freunde.
Die einzige Verbindung zu Avery sind Telefonate in denen er aber nur von seinem Studium erzählt und die freundschaftliche,warme Beziehung zu seiner Mutter auf dem Land. Zu der Jean regelmäßig fährt um dort den Garten den sie aus den Samen der Pflanzen ihrer verstorbenen Mutter angelegt hat, zu hegen und zu pflegen. Sie braucht das Gefühl in der Erde zu arbeiten.
Im dritten Teil geschieht dann am 1.Todestag des todgeborenen Kindes wieder eine Annäherung zwischen Avery und Jean.
Wintergewölbe ist der Roman einer großen Liebe, eigentlich über Liebe an sich.
Anne Michaels hat dafür eine bildmächtige, methaphernreiche Sprache gefunden, die einen staunen macht, weil sie mit jedem Wort, jedem Satz ganze Gefühlswelten erschließt.
Manche Sätze möchte man 2-3 mal lesen, einfach um sich die Worte und die Bilder einzuprägen.
Ein wunderbarer Roman.
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Wintergewölbe
Montag, 23. Januar 2017
Buchbesprechung: Fetsum Sebhat/ Claudia Roth: So geht Deutschland
Heute mal kein Roman als Buchbesprechung.

Claudia Roth/ Fetsum Sebhat: So geht Deutschland
Eine Anstiftung zum Mitmachen und Einmischen (Westend)
Ich war im Dezember auf der Buchvorstellung und war von dem Konzept sehr abgetan.
Also habe ich mir das Buch gekauft.
Klappentext:
BITTE EINMISCHEN !!!
Der Wind scheint sich zu drehen in Deutschland: Ein Ende der Willkommenskultur und der Aufstieg des Rechtspopulismus bedrohen die Fortschritte, die in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten erreicht wurden. Und die Fundamentalablehnung unserer »Freiheitlich-Demokratischen Grundordnung« kommt mittlerweile von rechts.
Jetzt ist Dagegenhalten angesagt. Claudia Roth, die grüne Feministin und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, und der aus einer eritreischen Familie stammende Musiker Fetsum treten an zur Verteidigung ihres Deutschlands. Ihr klares Plädoyer lautet: Die Abschottung und der Rückmarsch in die 50er Jahre ist keine Option für ein modernes, tolerantes und weltoffenes Land in den Zeiten
der Globalisierung. Anschaulich und engagiert schildern sie, was dieses Land ausmacht, an dessen Veränderung sie mitgearbeitet und das sie schätzen gelernt haben.
Und sie appellieren an unseren Bürgersinn: NUR WER MITMACHT UND SICH EINMISCHT, KANN EINFLUSS DARAUF NEHMEN, WOHIN ES MIT DEUTSCHLAND GEHT.
Besprechung:
Das Konzept hat mir gefallen. Es ist kein schwieriges politisches Buch, es ist eher ein Gespräch zwischen zwei Menschen die sich Gedanken machen.
So ist auch die Sprache, sodass jede/r es verstehen kann.
Hier mal die groben Überschriften:
Zur Entstehung des Buches
1. Der Weg nach Deutschland
2.Deutschland: Wer ghört dazu?
3.Die Würde des Menschen.....
4.Starker Staat, starkes Europa?
5.Wir sind nicht allein auf der Welt
6.Gegen den Rechtsruck: Ermutigen statt Entmutigen
Eingestreut sind in grau unterlegten Info-Kästen geschichtliche, gesetzliche oder institutionelle Informationen.
Und ich muss zugeben, auch ich habe da wieder einiges auffrischen können!!
Das Buch ist wie gesagt kein hochpolitisches schweres Buch, dass ja doch keiner in die Hand nehmen würde.
Es ist meiner Meinung nach ein Buch, dass man gut als Grundlage nehmen kann um entweder Argumente für Gespräche mit anderen zu sammeln und auch um seine eigenen Gedanken vielleicht ordnen zu können.
Ich finde aber vor allem dass es sich hervorragend eignet um Menschen überhaupt ins Gespräch zu bringen.
Fände es z.B. gut geeignet um es als Diskussionsgrundlage für Schulklassen zu nehmen. Das wäre sicher anregender als einfach nur alles auswendig zu lernen in PW!

Claudia Roth/ Fetsum Sebhat: So geht Deutschland
Eine Anstiftung zum Mitmachen und Einmischen (Westend)
Ich war im Dezember auf der Buchvorstellung und war von dem Konzept sehr abgetan.
Also habe ich mir das Buch gekauft.
Klappentext:
BITTE EINMISCHEN !!!
Der Wind scheint sich zu drehen in Deutschland: Ein Ende der Willkommenskultur und der Aufstieg des Rechtspopulismus bedrohen die Fortschritte, die in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten erreicht wurden. Und die Fundamentalablehnung unserer »Freiheitlich-Demokratischen Grundordnung« kommt mittlerweile von rechts.
Jetzt ist Dagegenhalten angesagt. Claudia Roth, die grüne Feministin und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, und der aus einer eritreischen Familie stammende Musiker Fetsum treten an zur Verteidigung ihres Deutschlands. Ihr klares Plädoyer lautet: Die Abschottung und der Rückmarsch in die 50er Jahre ist keine Option für ein modernes, tolerantes und weltoffenes Land in den Zeiten
der Globalisierung. Anschaulich und engagiert schildern sie, was dieses Land ausmacht, an dessen Veränderung sie mitgearbeitet und das sie schätzen gelernt haben.
Und sie appellieren an unseren Bürgersinn: NUR WER MITMACHT UND SICH EINMISCHT, KANN EINFLUSS DARAUF NEHMEN, WOHIN ES MIT DEUTSCHLAND GEHT.
Besprechung:
Das Konzept hat mir gefallen. Es ist kein schwieriges politisches Buch, es ist eher ein Gespräch zwischen zwei Menschen die sich Gedanken machen.
So ist auch die Sprache, sodass jede/r es verstehen kann.
Hier mal die groben Überschriften:
Zur Entstehung des Buches
1. Der Weg nach Deutschland
2.Deutschland: Wer ghört dazu?
3.Die Würde des Menschen.....
4.Starker Staat, starkes Europa?
5.Wir sind nicht allein auf der Welt
6.Gegen den Rechtsruck: Ermutigen statt Entmutigen
Eingestreut sind in grau unterlegten Info-Kästen geschichtliche, gesetzliche oder institutionelle Informationen.
Und ich muss zugeben, auch ich habe da wieder einiges auffrischen können!!
Das Buch ist wie gesagt kein hochpolitisches schweres Buch, dass ja doch keiner in die Hand nehmen würde.
Es ist meiner Meinung nach ein Buch, dass man gut als Grundlage nehmen kann um entweder Argumente für Gespräche mit anderen zu sammeln und auch um seine eigenen Gedanken vielleicht ordnen zu können.
Ich finde aber vor allem dass es sich hervorragend eignet um Menschen überhaupt ins Gespräch zu bringen.
Fände es z.B. gut geeignet um es als Diskussionsgrundlage für Schulklassen zu nehmen. Das wäre sicher anregender als einfach nur alles auswendig zu lernen in PW!
Sonntag, 22. Januar 2017
Buchbesprechung: Claudia Winter. Glückssterne

Claudia Winter: Glückssterne (Goldmann)
Von dieser Autorin hatte ich schonmal den Roman Aprikosenküsse besprochen und war nun sehr gespannt auf den neuen Roman. Uuups gerade nachgeprüft und gesehen, dass habe ich hier nie besprochen??!!
Okay, wird demnächst nachgeholt!!! 😏
Klappentext:
Karriere, Heirat, Kinder. Die Anwältin Josefine weiß genau, was sie vom Leben erwartet. Doch kurz vor der Hochzeit brennt Josefines Cousine mit einem Straßenmusiker nach Schottland durch, den legendären Familienring im Gepäck, den die Braut bei der Trauung tragen sollte. Als ihre abergläubische Großmutter daraufhin der Ehe ihren Segen verweigert, bleibt Josefine keine Wahl: Wutentbrannt reist sie dem schwarzen Schaf der Familie hinterher und gerät in den verregneten Highlands von einem Schlamassel in das nächste. Nicht nur einmal muss der charismatische Konditor Aidan der Braut in spe aus der Patsche helfen – dabei ist dieser Charmeur der Letzte, vor dem sie sich eine Blöße geben möchte. Aber der Zauber Schottlands lässt niemanden unberührt, und schon bald passieren seltsame Dinge mit Josefine, die so gar nicht in ihren Lebensplan passen ...
Besprechung:
Nach einem Prolog in dem 2 offensichtlich sehr ungleiche Zwillingsmädchen ( Bri und Li) im Kleiderschrank der Mutter einen Blutsbruderschafts-Schwur ablegen, sich niemals zu verlassen, beginnt das 1. Kapitel des Romans gleich mit Ausrufezeichen.
Er ist weg!"
Ich schloss die Augen. Das war unmöglich. Nein, das konnte … durfte nicht sein. "Was soll das heißen, er ist weg!", erwiderte ich beherrscht und hoffte, dass ich mir den panischen Unterton in der Stimme meiner Mutter nur eingebildet hatte."
Die 30-jährige Josefine arbeitet erfolgreich als Anwältin und will in drei Wochen heiraten. Und zwar Justus, der ebenfalls in der Kanzlei arbeitet und der ein "Mann der mittleren Temperaturen" ist und um ihre Hand auf einem Post-it angehalten hat! Der immer exakt das tut was in der Kanzlei vorgeschrieben ist und sich noch als viel unangenehmer entpuppt als schon am Anfang des Buches.
Ihre Familie hält diese Heirat für keine gute Idee.
In Josefines Familie ist es Tradition, den Brautring, der im Besitz ihrer Mutter ist, bei der Hochzeit zu tragen.
Dieser Ring wird seit Generationen an die Töchter weitergegeben.
"Dieses alberne Stück Metal list ein Vermögen wert! Vor allem wird es mich meine Ehe kosten."
"Aber Josefine, das ist doch nur ein dummer Aberglaube. Niemand in unserer Familie denkt heute noch, dass dieser Ring irgendein Unglück heraufbeschwören könnte."
Zitat S. 13
Nun aber war der Ring weg. Alles Suchen im Elternhaus verlief ergebnislos.
Wie sollten sie das der Großmutter Adele von Meeseburg beichten?
Ohne den Segen der Großmutter will Josefine nicht heiraten. Traditionen hatten im Hause eine hohen Stellenwert wie auch das Wort der Großmutter Gesetz war.
Bei einem Familientreffen stellt sich heraus, dass Josefines Cousine Charlotte mit einem Straßenmusiker nach Schottland durchgebrannt ist und anscheinend den Ring mitgenommen hat.
Also fliegt Josefine trotz ihrer Flugangst nach Schottland und begegnet im Flugzeug Aidan, den sie unmöglich findet.
In Edinburgh sitzen dann auch plötzlich ihre beiden Tanten Bri und Li am Kamin. Josefine kommt das alles sehr merkwürdig vor.Und immer wieder kreuzen sich die Wege mit Aidan.
Es gibt wunderbare Situationen mit ihren schrulligen Tanten, ich musste oft schmunzeln.
Es kommt zu einer Verkettung unerwarteter Überraschungen und aberwitziger Zufälle, die das Vierergespann letztlich auf der Suche nach dem verschwundenen Ring zusammenführen und uns auf eine wunderschöne Tour durch Schottland mitnehmen. Eine Tour voller Leckereien, Gastfreundschaft, landschaftlicher Sensationen und Familiendrama. Und am Ende der Reise muss Josie erkennen, dass sie zwar den Ring suchte, aber sich selbst wiederfand …
Am Ende des Buches finden sich einige Rezepte, die schon beim Lesen hungrig machen.
Die Handlung ist kurzweilig, was mit an dem Schauplatz Schottland liegt. Ein erläuterndes Nachwort rundet die Geschichte ab.
Ein wunderbares Lesevergnügen und die Rezepte werden dann demnächst mal ausprobiert!
Der Wunsch nach Schottland zu reisen ist mal wieder übermächtig.
Der Wunsch nach Schottland zu reisen ist mal wieder übermächtig.
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Buchbesprechung: Nicole C.Vosseler, Jenseits des Nils
Endlich wieder eine Buchbesprechung. Ich dachte schon ich komm garnicht mehr dazu.

Nicole C. Vosseler: Jenseits des Nils (Bastei-Lübbe)
Klappentext: Wie weit würden Sie gehen für die Liebe Ihres Lebens?
Es war der beste Sommer ihres Lebens, jener Sommer 1881. Ein Sommer der rauschenden Feste, der Freiheit, der ersten Liebe. Im Herbst aber ziehen Jeremy, Stephen, Leonard, Simon und Royston für Queen Victoria und ihr Empire in den Krieg. Für Grace und ihre Freundinnen beginnt eine Zeit des Wartens auf den Bruder, den Freund, den Liebsten. Doch nicht alle kehren unversehrt zurück. Und Grace, die sich nicht damit abfinden will, dass Jeremy im Kampf gefallen sein soll, macht sich auf, um ihn jenseits des Nils, in der Wüste des Sudans, zu suchen.
Besprechung:
Nicole C. Vosseler: Jenseits des Nils (Bastei-Lübbe)
Klappentext: Wie weit würden Sie gehen für die Liebe Ihres Lebens?
Es war der beste Sommer ihres Lebens, jener Sommer 1881. Ein Sommer der rauschenden Feste, der Freiheit, der ersten Liebe. Im Herbst aber ziehen Jeremy, Stephen, Leonard, Simon und Royston für Queen Victoria und ihr Empire in den Krieg. Für Grace und ihre Freundinnen beginnt eine Zeit des Wartens auf den Bruder, den Freund, den Liebsten. Doch nicht alle kehren unversehrt zurück. Und Grace, die sich nicht damit abfinden will, dass Jeremy im Kampf gefallen sein soll, macht sich auf, um ihn jenseits des Nils, in der Wüste des Sudans, zu suchen.
Besprechung:
Den
Sommer 1881 in Surrey, England, erleben neun Freunde, fünf junge Männer
und vier junge Mädchen, wie in einem Traum. Unbeschwert feiern sie
Feste und lernen die erste Liebe kennen, bis die Männer in den Krieg
ziehen müssen. Man verspricht sich zu schreiben und die Mädchen wollen
geduldig warten. Aber der Krieg hat so seine Tücken und es verläuft
nicht alles so wie sie es sich vorgestellt haben.Auf den
ersten 200 Seiten lernt man die einzelnen Personen kennen und die
Verhältnisse zueinander, und obwohl es sehr viele sind, sind sie einem
rasch vertraut. Jede einzelne Person wird sehr detailliert beschrieben
und vor allem die Umgebung wird ausführlich dargestellt und mit vielen
Feinheiten ausgeschmückt.
Sie stammen fast alle aus gut situiertem Haus und die Männer besuchten die Militärakademie in Sandhurst. Danach werden sie alle derselben Einheit zugeteilt und in den Sudan geschickt, selbstbewusst und strotzend vor Stärke. Sie wurden zur Unterstützung angefordert, während des Mahdi-Aufstandes die Zivilisten aus Khartoum zu evakuieren. Nach einigen Gefechten landen sie direkt im Gemetzel von Abu Klea, wo es keinen Ausweg mehr gibt. Nach viereinhalb Jahren Krieg ist nichts mehr so, wie es vorher war.
Unter anderem wird Jeremy vermisst, die große Liebe von Grace. Sie kann es nicht glauben und reist in den Sudan, um nach ihm zu suchen. Und auch die restlichen Freunde müssen mit ihrem jeweiligen Schicksal fertig werden, was allen nicht leicht fällt. Im Grunde genommen hat sich jeder verändert und ist reifer geworden.
Und so wie das Buch begonnen hat, so endet es auch, nach vielen Schicksalsschlägen und Erlebnissen, 13 Jahre später, im Sommer 1894, in Surrey, England.
Dieser Roman ist eine sehr spannende und gelungene Mischung aus Historie, Abenteuer und Liebe. Wobei die Autorin immer die wahre Geschichte als Gerüst benutzt, in die sie ihre Romanhandlung einfügt. Die in diesem Roman enthaltene(n) Liebesgeschichte(n) sind unaufdringlich und stimmig in die Handlung eingebaut und gleiten nicht ins Kitschige ab. Was nicht heißt, dass Tränen flossen beim Lesen. Der Krieg im Sudan, das Leben in Surrey, die Sehnsucht nach den Söhnen und Verlobten ' all das spiegelt das Leben auf den Landsitzen der englischen Adligen zum Ende des 19. Jahrhunderts wider.
Ein tolles Cover, welches ich samt Titel sehr passend finde. Auch das informative Nachwort und die schönen Sprüche zu den jeweiligen Abschnitten haben mir sehr gefallen. Sehr hilfreich ist am Ende das Personenverzeichnis.
Hier noch zwei Zitate, die die schöne Schreibweise verdeutlichen.
…Wie ein herber Likör, der unter eine Süßspeise gerührt wird, sickerte die Gewissheit um den Abschied in den Tag…..
…Menschen, deren Gesichter in allen Farbtönen zwischen dunklem Honig, Rostbraun und Zimtfarben bis hin zu Kakao und Ebenholzschwarz Zeugnis ablegten von der über Generationen immer neu angerührten Mischung aus arabischem und afrikanischem Blut……..
Sie stammen fast alle aus gut situiertem Haus und die Männer besuchten die Militärakademie in Sandhurst. Danach werden sie alle derselben Einheit zugeteilt und in den Sudan geschickt, selbstbewusst und strotzend vor Stärke. Sie wurden zur Unterstützung angefordert, während des Mahdi-Aufstandes die Zivilisten aus Khartoum zu evakuieren. Nach einigen Gefechten landen sie direkt im Gemetzel von Abu Klea, wo es keinen Ausweg mehr gibt. Nach viereinhalb Jahren Krieg ist nichts mehr so, wie es vorher war.
Unter anderem wird Jeremy vermisst, die große Liebe von Grace. Sie kann es nicht glauben und reist in den Sudan, um nach ihm zu suchen. Und auch die restlichen Freunde müssen mit ihrem jeweiligen Schicksal fertig werden, was allen nicht leicht fällt. Im Grunde genommen hat sich jeder verändert und ist reifer geworden.
Und so wie das Buch begonnen hat, so endet es auch, nach vielen Schicksalsschlägen und Erlebnissen, 13 Jahre später, im Sommer 1894, in Surrey, England.
Dieser Roman ist eine sehr spannende und gelungene Mischung aus Historie, Abenteuer und Liebe. Wobei die Autorin immer die wahre Geschichte als Gerüst benutzt, in die sie ihre Romanhandlung einfügt. Die in diesem Roman enthaltene(n) Liebesgeschichte(n) sind unaufdringlich und stimmig in die Handlung eingebaut und gleiten nicht ins Kitschige ab. Was nicht heißt, dass Tränen flossen beim Lesen. Der Krieg im Sudan, das Leben in Surrey, die Sehnsucht nach den Söhnen und Verlobten ' all das spiegelt das Leben auf den Landsitzen der englischen Adligen zum Ende des 19. Jahrhunderts wider.
Ein tolles Cover, welches ich samt Titel sehr passend finde. Auch das informative Nachwort und die schönen Sprüche zu den jeweiligen Abschnitten haben mir sehr gefallen. Sehr hilfreich ist am Ende das Personenverzeichnis.
Hier noch zwei Zitate, die die schöne Schreibweise verdeutlichen.
…Wie ein herber Likör, der unter eine Süßspeise gerührt wird, sickerte die Gewissheit um den Abschied in den Tag…..
…Menschen, deren Gesichter in allen Farbtönen zwischen dunklem Honig, Rostbraun und Zimtfarben bis hin zu Kakao und Ebenholzschwarz Zeugnis ablegten von der über Generationen immer neu angerührten Mischung aus arabischem und afrikanischem Blut……..
Donnerstag, 4. August 2016
Buchbesprechung: Cristina Caboni: Die Honigtöchter (Blanvalet)
Endlich schaffe ich es diese Buchbesprechung zu schreiben.
Cristina Caboni: Die Honigtöchter
Ich wollte eine leichte Sommerlektüre lesen und das Cover sprach mich sehr an.
Ausserdem liebe ich Honig.
Klappentext
Kurz nach Sonnenaufgang verlässt Angelica Senes eine Landstrasse in Südfrankreich und folgt einem von Lavendelbüschen und Rosmarin gesäumten Weg. Sie sucht den Bienenstock auf, den man ihr anvertraut hat. Sie ist reisende Imkerin und sie liebt ihre Freiheit. Auch wenn sie dabei das türkisblaue Meer ihrer Heimat Sardinien vermisst. Erst als ihre Patentante stirbt und ihr ein Cottage hinterlässt, kehrt Angelica zuück. Doch dort muss sie sich dem stellen was sie einst zurückließ: ihrer Familie, den Geheimnissen der Insel- und Nicola, den Mann, an den sie schon als Kind ihr Herz verlor.
Meinung
Die Autorin beschreibt ihre Heimat Sardinien sehr schön und ich hatte das Bedürfniss dort unbedingt mal hinfahren zu wollen.
Man lernt sehr viel über Honig und Bienen, die Autorin züchtet selber Bienen und Rosen.
Jedem Kapitel ist die Beschreibung eines Honigs vorangestellt, teilweise mit Hinweisen was er bewirken kann, was mir als "Kräutertante" besonders gefiel und ich werde versuchen mir den einen oder anderen Honig zuzulegen.
Rosmarinhonig (Rosmarinus officinalis)
Mild-aromatisch und zart. Der Honig des Neubeginns und der Klarheit, er verleiht Mut zur Veränderung und sein Geschmack erinnert an den Duft der Blüten,aus denen er gewonnen wird.
Dieser Honig ist fast weiß und von cremiger Konsistenz.
Mir gefiel außerdem besonders, dass viel über alte (matriarchale) Bräuche und deren Wiederbelebung berichtet wurde, auch wenn ich nicht weiß ob diese auf der Insel tatsächlich wiederbelebt wurden.
Die Geschichte von Angelica und ihrer verworrenen Familiengeschichte, ihre Liebesgeschichte ist nachvollziehbar, eine Geschichte vom "nicht-miteinander-reden" und den daraus resultierenden Missverständnissen. Die Geschichte einer jungen Frau die ankommen will, einen festen Anker haben will, auch wenn ihr das Anfangs nicht bewusst ist und sie das auch weit von sich weißt aus Angst.
Fazit
eine schöne Lektüre die unterhält, aber auch Wissen vermittelt und Lust auf eine Reise nach Sardinien macht.
Ich werde auf jedenfall auch das erste Buch der Autorin noch lesen.
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Samstag, 18. Juni 2016
Eveline Hasler: Anna Göldin/ Letzte Hexe (dtv)
Das
Leben der Dienstmagd Anna Göldin und ihre soziale Stellung waren
chrakteristisch für jene Zeit. Sie stammte aus ärmlicher Herkunft, ihr
Vater starb früh. Eine Schule hatte sie nur sporadisch besucht, konnte
zwar notdürftig lesen, aber nicht schreiben. Im Alter von 14 Jahren kam
sie als Magd auf einen armseligen Bauernhof. In den folgenden Jahren
blieb sie unverheiratet, in ständiger Abhängigkeit vom jeweiligen
Dienstherrn. 1780 trat die mittlerweile über Vierzigjährige ihre letzte
Stelle bei einer angesehenen Arztfamilie an.
Die Frau des Arztes war Anna Göldin nicht wohlgesonnen, zu verschieden waren die beiden Frauen. Anna war unabhängig, gesund, kräftig und eine stattliche Erscheinung, derer sie sich wohl bewusst war.
Frau „Tschudi“, so der Name der sozial weit höher stehenden Familie, kränkelte ständig. Als Sechzehnjährige war sie zum ersten Mal schwanger geworden. Von da an wechselten sich unablässig Schwangerschaften und Geburten ab – zehn Kinder hatte die Arztgattin geboren, von denen fünf überlebten.
Anna ist bereits über ein Jahr bei den Tschudis, als ein banaler Streit der Kinder zum Auslöser für die weiteren tragischen Vorfälle wird, deretwegen die Göldin der Hexerei beschuldigt wird: Eines der Kinder, Anna Migeli, findet eine Stecknadel in ihrer Frühstücksmilch. Was zuerst nicht ernst genommen wird, wiederholt sich immer wieder. Im Oktober 1781 wird Anna Göldin des Hauses verwiesen, wogegen sie sich wehrt. Doch all ihre Versuche, Gerechtigtkeit von den obersten Stellen zu erfahren, scheitern.
Das Wort einer einfachen Magd steht gegen das einer angesehenen Familie. Anna Migeli hat weiterhin Anfälle, Zuckungen, und sie „spuckt Nadeln“. In Windeseile verbreitet sich das Gerücht, dass die Magd für diese eigenartigen Vorfälle verantwortlich sei, zumal bekannt wird, dass Anna Göldin bereits früher wegen Kindsmord angeklagt worden ist: Ihr Neugeborenes war unter der Bettdecke erstickt. Im Prozess gegen einen bornierten, frauenverachtenden Justizapparat hatte die alleinstehende Frau keine Chance. Zumal sich die Angelegenheit zu einer machtpolitischen Auseinandersetzung der ansässigen Provinzgroßbürger auswuchs. Anna Göldin wird im Juni 1782 durch das Schwert hingerichtet.
Der Roman „Anna Göldin – Letzte Hexe“ der Historikerin Eveline Hasler zählt nach über zwanzig Jahren noch immer zu den berührendsten und spannendsten Büchern zum Thema Hexenverfolgung. Er schildert nicht nur die Chronik des letzten Hexenprozesses in der Schweiz, sondern gibt darüber hinaus ein aufschlussreiches Bild der damaligen Zeit, der Gesellschaft und der Stellung der Frau. Der Hexenprozess gegen die Dienstmagd Anna Göldin, einer schönen und eigenwilligen Frau, fand eine große Öffentlichkeit und steht wohl stellvertretend für viele ähnliche Schicksale über die Schweizer Grenzen hinaus.
Eveline Hasler gelingt es anhand von Zitaten aus Gerichtsakten und zeitgenössischen Dokumenten sowie mit der altertümlichen Sprache, in der sie den Roman verfasst hat, die Atmosphäre der damalige Zeit vor dem Auge des Lesers entstehen zu lassen. Sie zeigt auf, dass unter dem Deckmantel des Rechts jegliches Recht missachtet wird. In Zusammenhang mit dem Prozess wurde zum ersten Mal auch der Begiff „Justizmord“ verwendet.
Das Buch vermittelt viel mehr als nur die bewegende Geschichte einer „modernen“ Frau des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Das Grundthema kann auf andere Epochen bis in die Jetztzeit übertragen werden: Innere Unabhängigkeit von geläufigen Meinungen, Anderssein und Außenseitertum stoßen heute noch auf mangelnde Akzeptanz und werden auf verschiedene Weise bestraft. Frauenverachtung und bürgerliche Selbstherrlichkeit sind auch heute noch anzutreffen.
Mich hat der Roman teilweise tief betroffen gemacht und verstört! Aber ich fand ihn sehr lesenswert.
Die Frau des Arztes war Anna Göldin nicht wohlgesonnen, zu verschieden waren die beiden Frauen. Anna war unabhängig, gesund, kräftig und eine stattliche Erscheinung, derer sie sich wohl bewusst war.
Frau „Tschudi“, so der Name der sozial weit höher stehenden Familie, kränkelte ständig. Als Sechzehnjährige war sie zum ersten Mal schwanger geworden. Von da an wechselten sich unablässig Schwangerschaften und Geburten ab – zehn Kinder hatte die Arztgattin geboren, von denen fünf überlebten.
Anna ist bereits über ein Jahr bei den Tschudis, als ein banaler Streit der Kinder zum Auslöser für die weiteren tragischen Vorfälle wird, deretwegen die Göldin der Hexerei beschuldigt wird: Eines der Kinder, Anna Migeli, findet eine Stecknadel in ihrer Frühstücksmilch. Was zuerst nicht ernst genommen wird, wiederholt sich immer wieder. Im Oktober 1781 wird Anna Göldin des Hauses verwiesen, wogegen sie sich wehrt. Doch all ihre Versuche, Gerechtigtkeit von den obersten Stellen zu erfahren, scheitern.
Das Wort einer einfachen Magd steht gegen das einer angesehenen Familie. Anna Migeli hat weiterhin Anfälle, Zuckungen, und sie „spuckt Nadeln“. In Windeseile verbreitet sich das Gerücht, dass die Magd für diese eigenartigen Vorfälle verantwortlich sei, zumal bekannt wird, dass Anna Göldin bereits früher wegen Kindsmord angeklagt worden ist: Ihr Neugeborenes war unter der Bettdecke erstickt. Im Prozess gegen einen bornierten, frauenverachtenden Justizapparat hatte die alleinstehende Frau keine Chance. Zumal sich die Angelegenheit zu einer machtpolitischen Auseinandersetzung der ansässigen Provinzgroßbürger auswuchs. Anna Göldin wird im Juni 1782 durch das Schwert hingerichtet.
Der Roman „Anna Göldin – Letzte Hexe“ der Historikerin Eveline Hasler zählt nach über zwanzig Jahren noch immer zu den berührendsten und spannendsten Büchern zum Thema Hexenverfolgung. Er schildert nicht nur die Chronik des letzten Hexenprozesses in der Schweiz, sondern gibt darüber hinaus ein aufschlussreiches Bild der damaligen Zeit, der Gesellschaft und der Stellung der Frau. Der Hexenprozess gegen die Dienstmagd Anna Göldin, einer schönen und eigenwilligen Frau, fand eine große Öffentlichkeit und steht wohl stellvertretend für viele ähnliche Schicksale über die Schweizer Grenzen hinaus.
Eveline Hasler gelingt es anhand von Zitaten aus Gerichtsakten und zeitgenössischen Dokumenten sowie mit der altertümlichen Sprache, in der sie den Roman verfasst hat, die Atmosphäre der damalige Zeit vor dem Auge des Lesers entstehen zu lassen. Sie zeigt auf, dass unter dem Deckmantel des Rechts jegliches Recht missachtet wird. In Zusammenhang mit dem Prozess wurde zum ersten Mal auch der Begiff „Justizmord“ verwendet.
Das Buch vermittelt viel mehr als nur die bewegende Geschichte einer „modernen“ Frau des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Das Grundthema kann auf andere Epochen bis in die Jetztzeit übertragen werden: Innere Unabhängigkeit von geläufigen Meinungen, Anderssein und Außenseitertum stoßen heute noch auf mangelnde Akzeptanz und werden auf verschiedene Weise bestraft. Frauenverachtung und bürgerliche Selbstherrlichkeit sind auch heute noch anzutreffen.
Mich hat der Roman teilweise tief betroffen gemacht und verstört! Aber ich fand ihn sehr lesenswert.
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letzte Hexe
Buchbesprechung: Rachel Joyce: Das Jahr das zwei Sekunden brauchte (S.Fischer)
Bedingt durch ein Schaltjahr und andere Momente, war es 1972 nötig, dem
Jahr zwei
Sekunden hinzuzufügen. Sekunden, die in der kleinen Siedlung in
England, in der nach klaren Abläufen und Regeln lebenden Familie von
Vater Seymour (unter der Woche in London arbeitend), Mutter
Diana, dem 11 jährigen Sohn Byron und dessen kleiner Schwester aber
doch die Welt verändert haben.
Alles hat seinen Platz, seinen Ort und seine Zeit. Alles ist geplant.
Der größte Triumph des Vaters ist es, seiner Frau einen „Jaguar“ geschenkt zu haben. Vor allem, damit ihn die „anderen alle“ sehen und bewundern. Um diesen drehen sich auch die meisten Gespräche bei den täglichen „Kontrollanrufen“ Seymours. Verhältnisse, in denen allseits nichts Unkontrolliertes erwünscht ist, selbst das Spielen der Kinder sorgt für Unmut und heftige moralische Reaktionen.
Was wird mit der Familie in dem Haus in "der Siedlung" nachdem die zwei Sekunden Zugabe vermeintlich so dramatische Folgen hatte?
Parallel dazu beginnt ein anderer Erzählstrang- 40 Jahre später, in der Gegenwart.
Die Geschichte von Jim. Er hat Lücken im Gedächtnis, eine psychiatrische Heimvergangenheit. Er kann ohne seine täglichen ausufernden Rituale noch nicht einmal die Tische im Cafe sauber zu wischen (was seine Arbeit ist). Was aber haben dieser Jim und diese Ereignisse der damaligen Zeit überhaupt miteinander zu schaffen? Was hat es mit den „21 Durchgängen“ von Ritualen auf sich, mit der Leidenschaft des Pflanzens bei Jim?
Joyce entwickelt ihre beiden Geschichten in aller Ruhe und geht den Dingen, vor allem aber den Menschen, auf den Grund. Sie schafft das mit einzelnen Szenen, die berühren und mit Menschen, die keine besonderen Leistungen hervorbringen und trotzdem sich das Wichtigste bewahren, was Liebe und Freundschaft ist. Auf ihre ganz eigene Weise.
Ich war vor allem von Byrons Weg, seinem kindlichen Charakter und seiner Gedankenwelt absolut gefesselt. Sehr berührend fand ich die Tatsache, dass der 11-jährige Junge alles tut, um seine fragile und unglückliche Mutter vor Unheil zu bewahren und sich dabei mit kindlicher Naivität in verschiedene Ängste verläuft. Es ist sehr beeindruckend, wie lebensnah sich die Autorin in Byron hineinversetzen konnte aber noch interessanter, fand ich Dianas Persönlichkeit, die unglaublich authentisch beschrieben wurde. Äußerlich perfekt, merkt der Leser schnell, dass hinter der schönen Fassade, eine leidende Seele schlummert. Diana täuscht die perfekte Idylle vor obwohl sie scheinbar sehr einsam ist.
Mich haben so manche Szenen sehr bedrückt, die Spießigkeit dieser Zeit und der Gesellschaft und man ahnt die Dramen die sich am Horizont zusammenbrauen, auch wenn man das gerne verhindern würde. Man ahnt dass die Mutter nur verlieren kann in ihrem Bemühen dem allen zu genügen. Und auch dass Bryan daran zerbrechen wird.
Joyce schreibt sprachlich wunderbar und mit einer ganz eigenen Geschwindigkeit des Erzählens, die den an Tempo gewohnten Leser in guter Weise zur Ruhe kommen lassen bei der Lektüre.
Ein hervorragender Roman, den ich nur empfehlen kann.
Alles hat seinen Platz, seinen Ort und seine Zeit. Alles ist geplant.
Der größte Triumph des Vaters ist es, seiner Frau einen „Jaguar“ geschenkt zu haben. Vor allem, damit ihn die „anderen alle“ sehen und bewundern. Um diesen drehen sich auch die meisten Gespräche bei den täglichen „Kontrollanrufen“ Seymours. Verhältnisse, in denen allseits nichts Unkontrolliertes erwünscht ist, selbst das Spielen der Kinder sorgt für Unmut und heftige moralische Reaktionen.
Byron kann diese zwei Sekunden nicht so recht fassen. Seine Fantasie
läuft ein um das andere Mal davon und just in dem Augenblick, in dem er
meint, zu sehen, wie der Sekundenzeiger seiner Uhr
sich rückwärts bewegt, passiert etwas. Glaubt Byron zumindest. Und
glaubt seine Mutter dann irgendwann auch. Mit dramatischen, mit
schrecklichen Folgen.
Eine Geschichte zunächst, in der Joyce sehr intensiv und dicht die
unglaubliche Enge des Lebens in dieser gesellschaftlichen Schicht im England von 1972
darstellt. In welcher der Leser fast physisch
Widerwillen gegen den oberflächlichen, egomanischen Vater aufbaut,
die Entwicklung der Mutter mit Sorge verfolgt und ahnt dass bei ihr etwas in der Vergangenheit war, was niemand wissen darf! Man ahnt bereits, dass da
Schlimmes passieren wird. Auch die enge Freundschaft
zwischen James und Byron (aus dessen Perspektive heraus Joyce diesen
Teil der Handlung erzählt), kann die zunehmende Verzweiflung Byrons
nicht auffangen.
Denn, ist er nicht schuld? Weil er kein Geheimnis für sich behalten
konnte? Weil er drängte und drängte gegen alle Versuche anderer, dieses
Thema einfach auch zu lassen? Bringt er dadurch nicht erst die ganze Katastrophe ins Rollen??Was wird mit der Familie in dem Haus in "der Siedlung" nachdem die zwei Sekunden Zugabe vermeintlich so dramatische Folgen hatte?
Parallel dazu beginnt ein anderer Erzählstrang- 40 Jahre später, in der Gegenwart.
Die Geschichte von Jim. Er hat Lücken im Gedächtnis, eine psychiatrische Heimvergangenheit. Er kann ohne seine täglichen ausufernden Rituale noch nicht einmal die Tische im Cafe sauber zu wischen (was seine Arbeit ist). Was aber haben dieser Jim und diese Ereignisse der damaligen Zeit überhaupt miteinander zu schaffen? Was hat es mit den „21 Durchgängen“ von Ritualen auf sich, mit der Leidenschaft des Pflanzens bei Jim?
Joyce entwickelt ihre beiden Geschichten in aller Ruhe und geht den Dingen, vor allem aber den Menschen, auf den Grund. Sie schafft das mit einzelnen Szenen, die berühren und mit Menschen, die keine besonderen Leistungen hervorbringen und trotzdem sich das Wichtigste bewahren, was Liebe und Freundschaft ist. Auf ihre ganz eigene Weise.
Ich war vor allem von Byrons Weg, seinem kindlichen Charakter und seiner Gedankenwelt absolut gefesselt. Sehr berührend fand ich die Tatsache, dass der 11-jährige Junge alles tut, um seine fragile und unglückliche Mutter vor Unheil zu bewahren und sich dabei mit kindlicher Naivität in verschiedene Ängste verläuft. Es ist sehr beeindruckend, wie lebensnah sich die Autorin in Byron hineinversetzen konnte aber noch interessanter, fand ich Dianas Persönlichkeit, die unglaublich authentisch beschrieben wurde. Äußerlich perfekt, merkt der Leser schnell, dass hinter der schönen Fassade, eine leidende Seele schlummert. Diana täuscht die perfekte Idylle vor obwohl sie scheinbar sehr einsam ist.
Mich haben so manche Szenen sehr bedrückt, die Spießigkeit dieser Zeit und der Gesellschaft und man ahnt die Dramen die sich am Horizont zusammenbrauen, auch wenn man das gerne verhindern würde. Man ahnt dass die Mutter nur verlieren kann in ihrem Bemühen dem allen zu genügen. Und auch dass Bryan daran zerbrechen wird.
Joyce schreibt sprachlich wunderbar und mit einer ganz eigenen Geschwindigkeit des Erzählens, die den an Tempo gewohnten Leser in guter Weise zur Ruhe kommen lassen bei der Lektüre.
Ein hervorragender Roman, den ich nur empfehlen kann.
Sonntag, 7. Februar 2016
Buchbesprechung: Jean-Michel Guenassia- Eine Lieb in Prag
Josef Kaplan wird 1910 in Prag als Kind eines jüdischen Arztes
geboren. Er wächst heran zu einem jungen Mann mit einer Leidenschaft für
Marxismus und Medizin, Tango und Frauen. Der junge Mann wirkt in seiner Darstellung fast beziehungsunfähig und er kann sich offenbar keine Gesichter merken, sprich er vergisst Bekanntschaften sofort wieder.
Aufgrund seiner politischen Aktivitäten und der politischen Stimmung schickt ihn sein Vater nach Paris um dort weiter zu studieren und ihm seinen Wunsch zum Forschen zu erfüllen.
Die Entwicklungen der 1930er Jahre und ein attraktives Arbeitsangebot veranlassen ihn, Frankreich in Richtung Algerien zu verlassen.
Das Leben in Algier der damaligen Zeit wird gut beschrieben.Dann muss er viele Jahre in einer malariaverseuchten Gegend forschen und überleben, in die ihn sein Chef geschickt hat um ihn vor einem Internierungslager zu bewahren.
Nach dem Krieg zieht er mit seiner spät entdeckten großen Liebe, der französischen Schauspielerin Christine, in die CSSR, wird kommunistischer Abgeordneter und droht ein Opfer des antijüdischen Slansky-Prozesses zu werden, des größten Schauprozesses der Tschechoslowakei, in dem unter dem Vorwand einer zionistischen Verschwörung gegen unliebsame Parteigenossen vorgegangen wurde.Es ist sehr bedrückend quasi mit zu erleben, wie die enthusiastischen Ideale von den entsprechenden Machthabern ad absurdum geführt werden und dass nach Allem was im Nazi-Reich passiert ist, die Menschen erst wieder viel zu spät merken, dass alles wieder geschieht,nur unter einem anderen politischen Deckmantel.
Josef und Christine bekommen zwei Kinder, Helena und Martin. Die Mutter reist 1956 mit dem Sohn nach Frankreich und kehrt nicht wieder zurück. Josef erlebt den Prager Frühling und entzieht sich der Geheimpolizei, er arbeitet als angesehener Arzt in einer Lungenklinik in Kamenice. Dort wird im März 1966 Ramón Benitez Fernandez zur Behandlung eingeliefert, ein Gast der Regierung, erkrankt an Malaria und Ruhr, in Begleitung eines Offiziers der Inneren Sicherheit. So lernt Josef Che Guevara kennen, der sich in Helena verliebt und umgekehrt. Aber die Ausreise von Helena gelingt nicht, dank eines perviden Plans des Geheimdienstes.
Erst nach dem Fall der Mauer erfährt Helena wer da seine Finger mit im Spiel hatte.
Eine wichtige Konstante ist Kaplans Plattensammlung mit Tangomusik von Carlos Gardel, die alle gesellschaftlichen und politischen Irrungen und Wirrungen unbeschadet übersteht. Während Josef Kaplan der zentrale Charakter ist, sind die beiden Hauptteile des Romans überschrieben mit den Namen seiner Frau Christine und seiner Tochter Helena.
In Guenassias Roman, in dem die Liebe bereits im deutschen Titel anklingt, spielt die vielfältig konzipierte Liebe eine Hauptrolle. Man liebt sein Vaterland, dessen Institutionen und ihre menschlich-unmenschlichen Vertreter diese Liebe zum Problem werden lassen, sie ohne Begründung und aus niederen Motiven in Frage stellen. Man liebt die Revolution, die Macht, die Partei. Manchmal liebt man auch einen anderen Menschen. Josef liebt die Frauen als ihn anregende Erscheinungen, er liebt seine Frau, seine Kinder. Und immer ist es eine andere Form von Liebe.
Ein toll geschriebenes Buch, die verschiedenen Charaktere und die gesellschaftlichen Gegebenheiten an den unterschiedlichen Orten sind sehr facettenreich und liebevoll beschrieben. Es gibt immer wieder neue Wendungen was den Spannungsbogen hält.
Ich kann es nur empfehlen!
Aufgrund seiner politischen Aktivitäten und der politischen Stimmung schickt ihn sein Vater nach Paris um dort weiter zu studieren und ihm seinen Wunsch zum Forschen zu erfüllen.
Die Entwicklungen der 1930er Jahre und ein attraktives Arbeitsangebot veranlassen ihn, Frankreich in Richtung Algerien zu verlassen.
Das Leben in Algier der damaligen Zeit wird gut beschrieben.Dann muss er viele Jahre in einer malariaverseuchten Gegend forschen und überleben, in die ihn sein Chef geschickt hat um ihn vor einem Internierungslager zu bewahren.
Nach dem Krieg zieht er mit seiner spät entdeckten großen Liebe, der französischen Schauspielerin Christine, in die CSSR, wird kommunistischer Abgeordneter und droht ein Opfer des antijüdischen Slansky-Prozesses zu werden, des größten Schauprozesses der Tschechoslowakei, in dem unter dem Vorwand einer zionistischen Verschwörung gegen unliebsame Parteigenossen vorgegangen wurde.Es ist sehr bedrückend quasi mit zu erleben, wie die enthusiastischen Ideale von den entsprechenden Machthabern ad absurdum geführt werden und dass nach Allem was im Nazi-Reich passiert ist, die Menschen erst wieder viel zu spät merken, dass alles wieder geschieht,nur unter einem anderen politischen Deckmantel.
Josef und Christine bekommen zwei Kinder, Helena und Martin. Die Mutter reist 1956 mit dem Sohn nach Frankreich und kehrt nicht wieder zurück. Josef erlebt den Prager Frühling und entzieht sich der Geheimpolizei, er arbeitet als angesehener Arzt in einer Lungenklinik in Kamenice. Dort wird im März 1966 Ramón Benitez Fernandez zur Behandlung eingeliefert, ein Gast der Regierung, erkrankt an Malaria und Ruhr, in Begleitung eines Offiziers der Inneren Sicherheit. So lernt Josef Che Guevara kennen, der sich in Helena verliebt und umgekehrt. Aber die Ausreise von Helena gelingt nicht, dank eines perviden Plans des Geheimdienstes.
Erst nach dem Fall der Mauer erfährt Helena wer da seine Finger mit im Spiel hatte.
Eine wichtige Konstante ist Kaplans Plattensammlung mit Tangomusik von Carlos Gardel, die alle gesellschaftlichen und politischen Irrungen und Wirrungen unbeschadet übersteht. Während Josef Kaplan der zentrale Charakter ist, sind die beiden Hauptteile des Romans überschrieben mit den Namen seiner Frau Christine und seiner Tochter Helena.
In Guenassias Roman, in dem die Liebe bereits im deutschen Titel anklingt, spielt die vielfältig konzipierte Liebe eine Hauptrolle. Man liebt sein Vaterland, dessen Institutionen und ihre menschlich-unmenschlichen Vertreter diese Liebe zum Problem werden lassen, sie ohne Begründung und aus niederen Motiven in Frage stellen. Man liebt die Revolution, die Macht, die Partei. Manchmal liebt man auch einen anderen Menschen. Josef liebt die Frauen als ihn anregende Erscheinungen, er liebt seine Frau, seine Kinder. Und immer ist es eine andere Form von Liebe.
Ein toll geschriebenes Buch, die verschiedenen Charaktere und die gesellschaftlichen Gegebenheiten an den unterschiedlichen Orten sind sehr facettenreich und liebevoll beschrieben. Es gibt immer wieder neue Wendungen was den Spannungsbogen hält.
Ich kann es nur empfehlen!
Buchbesprechung: Charlotte Roth- Als der Himmel uns gehörte (Knaur)
Ein Roman mit zwei Erzählsträngen, eine Familiengeschichte.
Berlin, wenige Jahre vor Hitlers Machtergreifung. Für die junge Alberta gibt es einen großen Traum- inspiriert von ihrem sportbegeisterten Vater (Sportreporter) hofft sie nicht nur, die olympischen Spiele zu sehen, sondern auch, als Bogenschützin an ihnen teilnehmen zu dürfen. Für Männer ist in Albertas Kopf kein Platz. Doch als sie die Chance erhält, die olympischen Spiele in Los Angeles zu sehen, macht sie die Bekanntschaft zweier Männer, die ihr Leben nachhaltig beeinflussen werden. Und über allem schweben, zu erst nur als dunkle Wolken, die Vorboten des Naziregimes.
Im England der Gegenwart träumt die junge Jennifer davon, als Läuferin bei den olympischen Spielen teilzunehmen. Doch unter Panikattacken leidend, ist ihr Traum gefährdet. Kann ihr Ihre Urgroßmutter helfen? ...
Es ist eine Geschichte um Liebe und Begeisterung für Sport, eine Liebeserklärung an die olympische Idee und die Gründung der Paralympics. Es ist aber auch gleichzeitig eine Geschichte darüber, wie dieser Gedanke und die Menschen, die ihn anstreben, ausgebeutet werden - und das ist heute leider noch so aktuell wie damals. Es ist eine Geschichte darüber, in welchen entsetzlichen Situationen ein menschenverachtendes Regime die Menschen zwingen kann und wie sie damit umgehen.
Alle Protagonisten haben ihre Fehler, treffen falsche und richtige Entscheidungen - sie sind dem Leser menschlich sehr nahe. Das hat einen ganz besonderen Effekt: so unterschiedlich sich die Menschen verhalten, so verkehrt uns ihre Entscheidungen im Nachhinein erscheinen mögen: sie sind alle nachvollziehbar.
Spannend die Einarbeitung des historischen Hintergrunds. Ich habe mich schon häufig und intensiv mit dieser dunklen Epoche befasst. Selten habe ich diese Zeit so nachfühlen können wie hier, selten haben mir diese Szenen solche Gänsehaut verursacht, selten haben sie solche Beklemmung ausgelöst. Die Zeit wird realistisch, greifbar - es stellen sich dem Leser quasi mit den Protagonisten die Nackenhaare auf. Und auch der Blick auf die unpolitischen Menschen, die erst nach und nach erkennen, welches Unglück sie erfasst hat, hinterlässt tiefen Eindruck beim Leser.
Immer wieder fragte ich mich seit meiner Jugend, wie all das passieren konnte. Eine richtige Antwort darauf wird es nicht geben, und wenn es sie gibt, wird man sie nie erfahren. "Als der Himmel uns gehörte" gibt jedenfalls mögliche Antworten, wie aus unpolitischen Menschen jene Menschen wurden, die das System geduldet, unterstützt oder sich von ihm haben manipulieren lassen. Dieses Erkennen tut weh und wühlt einen auf - aber das soll es auch. Denn nur, wenn es weh tut, vergessen wir nicht.
Erschreckend wie bestimmt Sittuationen einen die Luft anhalten lassen, wenn man so sieht was sich gerade politisch in diesem Land abspielt!
Mir hat das Buch jedenfalls sehr gut gefallen und ich werde auf jeden Fall auch noch "als wir unsterblich waren" lesen.
Berlin, wenige Jahre vor Hitlers Machtergreifung. Für die junge Alberta gibt es einen großen Traum- inspiriert von ihrem sportbegeisterten Vater (Sportreporter) hofft sie nicht nur, die olympischen Spiele zu sehen, sondern auch, als Bogenschützin an ihnen teilnehmen zu dürfen. Für Männer ist in Albertas Kopf kein Platz. Doch als sie die Chance erhält, die olympischen Spiele in Los Angeles zu sehen, macht sie die Bekanntschaft zweier Männer, die ihr Leben nachhaltig beeinflussen werden. Und über allem schweben, zu erst nur als dunkle Wolken, die Vorboten des Naziregimes.
Im England der Gegenwart träumt die junge Jennifer davon, als Läuferin bei den olympischen Spielen teilzunehmen. Doch unter Panikattacken leidend, ist ihr Traum gefährdet. Kann ihr Ihre Urgroßmutter helfen? ...
Es ist eine Geschichte um Liebe und Begeisterung für Sport, eine Liebeserklärung an die olympische Idee und die Gründung der Paralympics. Es ist aber auch gleichzeitig eine Geschichte darüber, wie dieser Gedanke und die Menschen, die ihn anstreben, ausgebeutet werden - und das ist heute leider noch so aktuell wie damals. Es ist eine Geschichte darüber, in welchen entsetzlichen Situationen ein menschenverachtendes Regime die Menschen zwingen kann und wie sie damit umgehen.
Alle Protagonisten haben ihre Fehler, treffen falsche und richtige Entscheidungen - sie sind dem Leser menschlich sehr nahe. Das hat einen ganz besonderen Effekt: so unterschiedlich sich die Menschen verhalten, so verkehrt uns ihre Entscheidungen im Nachhinein erscheinen mögen: sie sind alle nachvollziehbar.
Spannend die Einarbeitung des historischen Hintergrunds. Ich habe mich schon häufig und intensiv mit dieser dunklen Epoche befasst. Selten habe ich diese Zeit so nachfühlen können wie hier, selten haben mir diese Szenen solche Gänsehaut verursacht, selten haben sie solche Beklemmung ausgelöst. Die Zeit wird realistisch, greifbar - es stellen sich dem Leser quasi mit den Protagonisten die Nackenhaare auf. Und auch der Blick auf die unpolitischen Menschen, die erst nach und nach erkennen, welches Unglück sie erfasst hat, hinterlässt tiefen Eindruck beim Leser.
Immer wieder fragte ich mich seit meiner Jugend, wie all das passieren konnte. Eine richtige Antwort darauf wird es nicht geben, und wenn es sie gibt, wird man sie nie erfahren. "Als der Himmel uns gehörte" gibt jedenfalls mögliche Antworten, wie aus unpolitischen Menschen jene Menschen wurden, die das System geduldet, unterstützt oder sich von ihm haben manipulieren lassen. Dieses Erkennen tut weh und wühlt einen auf - aber das soll es auch. Denn nur, wenn es weh tut, vergessen wir nicht.
Erschreckend wie bestimmt Sittuationen einen die Luft anhalten lassen, wenn man so sieht was sich gerade politisch in diesem Land abspielt!
Mir hat das Buch jedenfalls sehr gut gefallen und ich werde auf jeden Fall auch noch "als wir unsterblich waren" lesen.
Montag, 28. Dezember 2015
Äbtissinnen - Frauenmacht - Männermacht
Eine interessante Dokumentation.
Da möchte ich doch gerne nochmal mehr nachlesen!
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/2298110#/beitrag/video/2622032/Die-%C3%84btissin
Sonntag, 20. September 2015
Lange Unterbrechung - Neue Buchbesprechung
Das Leben ist manchmal so Vielfältig, dass man zu einigen Dingen nicht mehr kommt - Leider!
So war es auch mit diesem Blog hier.
Ich werde aber sowohl den Bericht über meine Namibia Reise wie auch einige andere Dinge nachholen - versprochen!!
Um den Anfang zu machen kommt erst einmal eine neue Buchbesprechung.
Dazu eine kleine Vorrede.
Wie vielen anderen Menschen ging und geht es auch mir immer wieder so, dass ich mich frage, was haben meine Eltern und deren Eltern damals bei den Nazis gemacht.
Als Jugendliche habe ich so gut wie nie Antworten bekommen, vom Vater ein klein bisschen, die Mutter hat alles abgeblockt! Meine Großeltern habe ich gar nicht oder fast nicht gekannt - dort konnte ich also auch nicht nachfragen! Durch Familienstreitigkeiten war der Kontakt zu den Geschwistern meiner Eltern jahrelang so gut wie kaum vorhanden.
Irgendwann waren dann die Ereignisse in meinem eigenen Leben wichtiger (Beruf, Mutterschaft etc.), aber in den letzten Jahren hat mich die Frage doch wieder viel beschäftigt - aber nun leben meine Eltern und bis auf 1 Ausnahme die Geschwister nicht mehr. So konnte ich einiges über die Familie meines Vaters erfahren aber bei meiner Mutter ist alles im Dunkeln und wird es wohl auch bleiben.
Aber natürlich fragt man sich dennoch warum waren die Eltern wie sie waren, warum haben sie sich so und so verhalten etc.! Warum bin ich wie ich bin usw.!
Diesen Sommer habe ich dann endlich das Buch von
Sabine Bode: Nachkriegskinder - Die 1050er Jahrgänge und ihre Soldatenväter
gelesen.
Auf dem Buchrücken steht ein Satz, der mich gleich angesprochen hat - obwohl ich nie mehr etwas über diese Zeit lesen wollte!
"Man muss anfangen, die Verrücktheiten seiner Eltern zu verstehen, die durchdrehen, wenn man seinen Teller nicht leer isst. Das Buch hilft dabei." Antonia Baum (FAS)
An anderer Stelle heißt es: in den Familien der Nachkriegskinder ging es engherzig zu!
Das kann ich so nicht empfinden. Bei uns ging es nicht engherzig zu - was glaube ich meinem Vater zu verdanken war. Für mich war auch nie der Vater das Problem sondern die Mutter, obwohl sie uns auch wunderbare Dinge vermittelt hat - wie z.B. schöne Familienfeiern, Spielenachmittage, stundenlanges Vorlesen, im Auto stundenlang zusammen singen oder später zusammen im Fernsehen Krimis schauen. Wir haben immer genug zu essen gehabt und mussten auf nichts verzichten!
Aber es gab eben auch eine andere Seite.
Ich habe vieles in dem Buch nachvollziehen können, viele Verhaltensweisen erkannte ich auch - aber immer eher auf die Mutter bezogen.
JA es hat auch weh getan dieses Buch zu lesen und ich habe oft geweint, aber ich kann es allen Menschen meiner Generation nur empfehlen, weil einem vieles klarer wird.
Für mich fehlen leider die Überlegungen was es mit den Frauen unserer Großeltern-/ Elterngeneration gemacht hat, die in diesem System groß geworden sind und vielleicht in höheren Positionen beim BDM waren oder ähnlichen Stellen. Was hat es mit den Frauen gemacht Brüder, Klassenkameraden, Freunde und Väter bei der SS, im Beamtenapparat oder im Krieg zu haben etc.!
Auszug: Aber, betont B., die komplette Sicht auf seinen Vater sei ihm wichtig. Der sei eben nicht nur Opfer gewesen. Er gehörte zu den Tätern. "Er kämpfte nicht für die Nazis, er kämpfte als Nazi."
B. ist davon überzeugt: diese Aussage trifft auf neunzig Prozent aller Väter zu.
Ich bin sicher dass es auch auf viele Mütter zutrifft, auch wenn sie nicht an der Front waren!
So hat das Buch einige Aspekte klarer gemacht, aber auch viele Fragen offen gelassen.
Ich werde sicher auch noch das Buch über die Kriegsenkel lesen!
So war es auch mit diesem Blog hier.
Ich werde aber sowohl den Bericht über meine Namibia Reise wie auch einige andere Dinge nachholen - versprochen!!
Um den Anfang zu machen kommt erst einmal eine neue Buchbesprechung.
Dazu eine kleine Vorrede.
Wie vielen anderen Menschen ging und geht es auch mir immer wieder so, dass ich mich frage, was haben meine Eltern und deren Eltern damals bei den Nazis gemacht.
Als Jugendliche habe ich so gut wie nie Antworten bekommen, vom Vater ein klein bisschen, die Mutter hat alles abgeblockt! Meine Großeltern habe ich gar nicht oder fast nicht gekannt - dort konnte ich also auch nicht nachfragen! Durch Familienstreitigkeiten war der Kontakt zu den Geschwistern meiner Eltern jahrelang so gut wie kaum vorhanden.
Irgendwann waren dann die Ereignisse in meinem eigenen Leben wichtiger (Beruf, Mutterschaft etc.), aber in den letzten Jahren hat mich die Frage doch wieder viel beschäftigt - aber nun leben meine Eltern und bis auf 1 Ausnahme die Geschwister nicht mehr. So konnte ich einiges über die Familie meines Vaters erfahren aber bei meiner Mutter ist alles im Dunkeln und wird es wohl auch bleiben.
Aber natürlich fragt man sich dennoch warum waren die Eltern wie sie waren, warum haben sie sich so und so verhalten etc.! Warum bin ich wie ich bin usw.!
Diesen Sommer habe ich dann endlich das Buch von
Sabine Bode: Nachkriegskinder - Die 1050er Jahrgänge und ihre Soldatenväter
gelesen.
Auf dem Buchrücken steht ein Satz, der mich gleich angesprochen hat - obwohl ich nie mehr etwas über diese Zeit lesen wollte!
"Man muss anfangen, die Verrücktheiten seiner Eltern zu verstehen, die durchdrehen, wenn man seinen Teller nicht leer isst. Das Buch hilft dabei." Antonia Baum (FAS)
An anderer Stelle heißt es: in den Familien der Nachkriegskinder ging es engherzig zu!
Das kann ich so nicht empfinden. Bei uns ging es nicht engherzig zu - was glaube ich meinem Vater zu verdanken war. Für mich war auch nie der Vater das Problem sondern die Mutter, obwohl sie uns auch wunderbare Dinge vermittelt hat - wie z.B. schöne Familienfeiern, Spielenachmittage, stundenlanges Vorlesen, im Auto stundenlang zusammen singen oder später zusammen im Fernsehen Krimis schauen. Wir haben immer genug zu essen gehabt und mussten auf nichts verzichten!
Aber es gab eben auch eine andere Seite.
Ich habe vieles in dem Buch nachvollziehen können, viele Verhaltensweisen erkannte ich auch - aber immer eher auf die Mutter bezogen.
JA es hat auch weh getan dieses Buch zu lesen und ich habe oft geweint, aber ich kann es allen Menschen meiner Generation nur empfehlen, weil einem vieles klarer wird.
Für mich fehlen leider die Überlegungen was es mit den Frauen unserer Großeltern-/ Elterngeneration gemacht hat, die in diesem System groß geworden sind und vielleicht in höheren Positionen beim BDM waren oder ähnlichen Stellen. Was hat es mit den Frauen gemacht Brüder, Klassenkameraden, Freunde und Väter bei der SS, im Beamtenapparat oder im Krieg zu haben etc.!
Auszug: Aber, betont B., die komplette Sicht auf seinen Vater sei ihm wichtig. Der sei eben nicht nur Opfer gewesen. Er gehörte zu den Tätern. "Er kämpfte nicht für die Nazis, er kämpfte als Nazi."
B. ist davon überzeugt: diese Aussage trifft auf neunzig Prozent aller Väter zu.
Ich bin sicher dass es auch auf viele Mütter zutrifft, auch wenn sie nicht an der Front waren!
So hat das Buch einige Aspekte klarer gemacht, aber auch viele Fragen offen gelassen.
Ich werde sicher auch noch das Buch über die Kriegsenkel lesen!
Sonntag, 18. Januar 2015
Buchbesprechung
Die BuchBlog Parade wird ja leider nicht fortgesetzt, aber ich fand die Idee wirklich gut und ich will versuchen regelmäßig eine Buchbesprechung zu machen.
Diesmal:
Care Santos: Die Geister schweigen (Krüger)
Beschreibung:
"Es gibt nur eine Möglichkeit, eine Frau festzuhalten: indem man sie malt."
Im prächtigen Stadtpalast ihres Großvaters, des berühmten Malers Amadeo Lax, macht die junge Kunsthistorikerin Violeta eine unheimliche Entdeckung. Bei den Restaurierungsarbeiten stößt man auf einen zugemauerten Raum, der etwas Furchtbares offenbart. Was ist geschehen mit den Frauen ihrer Familie? Was flüstern die Wände des Familiensitzes? Sie sind Zeugen all der großen Ambitionen, verborgenen Leidenschaften, tragischen Verwicklungen und eines unaussprechlichen Geheimnisses.
Ein mitreißender Roman über vier Generationen von Frauen: Care Santos schiebt die Vorhänge der Zeit beiseite und nimmt uns mit auf die Reise durch das aufregendste Jahrhundert Barcelonas, der stolzen Stadt zwischen Meer und Moderne. Der Bestseller von einer der meistgelesenen Autorinnen Spaniens, der mit diesem Roman der internationale Durchbruch gelang.
Besprechung:
Die junge Kunsthistorikerin Violeta Lax hat sich auf das Werk ihres berühmten Großvaters Amadeo Lax spezialisiert. Als der alte Familienbesitz in Barcelona zunächst in eine Bibliothek umgewandelt werden soll (entgegen den Testamentswünschen des Malers), ist sie bei den Restaurierungsarbeiten in dem ehemaligen Palast zugegen als eine furchtbare Entdeckung gemacht wird. Scheinbar ist vor langer Zeit in diesem Palast ein Verbrechen verübt worden - aber von wem und warum?
Violeta befasst sich mit der Geschichte des Hauses und ihrer Familie und stellt fest, dass sie - die Spezialistin - ihren Großvater doch nicht so kannte, wie sie dachte.
Bei den vielen Erkenntnissen über ihre Familie lernt sie auch so einiges über sich selbst.
Das Buch ist eine tolle Familiensaga, die sich vom Jahre 1889 bis in die Neuzeit erstreckt. Dabei stoßen wir auf einige sehr interessante Charaktere. Da ist zum einen der Maler Amadeo, der eben nicht nur ein bewunderswerter Künstler war. Dann gibt es seine Mutter, die einer spiritistischen Vereinigung angehört und einen Bruder, der überraschend Priester wird. Was hat es zudem mit der berühmten Sängerin Olympia auf sich und mit dem Brand des Warenhauses El Siglo? Und wie passen die Briefe, die Violeta von einer unbekannten Frau aus Italien erhält ins Bild? Überhaupt geht es immer wieder um die Frauen der Familie. Darum, was sie geleistet haben und um ihre Schicksale.
Letztendlich wird dann doch ein Museum für die Werke ohres Großvaters aus dem Familiensitz.
Man erfährt die Zusammenhänge auf 2 verschiedenen Ebenen, was zusätzlich Spannung aufbaut.
Zu den Nachforschungsarbeiten, die Violeta vornimmt, werden im Buch auch Auszüge aus Polizei- und Zeitungsberichten gebracht. Dazu gibt es immer wieder Beschreibungen der Bilder von Amadeo Lax. Das hat mir sehr gut gefallen.
Und natürlich die ganze Atmosphäre Barcelonas, die wunderbar geschildert wird.
Für mich ein tolles Buch!
Diesmal:
Care Santos: Die Geister schweigen (Krüger)
Beschreibung:
"Es gibt nur eine Möglichkeit, eine Frau festzuhalten: indem man sie malt."
Im prächtigen Stadtpalast ihres Großvaters, des berühmten Malers Amadeo Lax, macht die junge Kunsthistorikerin Violeta eine unheimliche Entdeckung. Bei den Restaurierungsarbeiten stößt man auf einen zugemauerten Raum, der etwas Furchtbares offenbart. Was ist geschehen mit den Frauen ihrer Familie? Was flüstern die Wände des Familiensitzes? Sie sind Zeugen all der großen Ambitionen, verborgenen Leidenschaften, tragischen Verwicklungen und eines unaussprechlichen Geheimnisses.
Ein mitreißender Roman über vier Generationen von Frauen: Care Santos schiebt die Vorhänge der Zeit beiseite und nimmt uns mit auf die Reise durch das aufregendste Jahrhundert Barcelonas, der stolzen Stadt zwischen Meer und Moderne. Der Bestseller von einer der meistgelesenen Autorinnen Spaniens, der mit diesem Roman der internationale Durchbruch gelang.
Besprechung:
Die junge Kunsthistorikerin Violeta Lax hat sich auf das Werk ihres berühmten Großvaters Amadeo Lax spezialisiert. Als der alte Familienbesitz in Barcelona zunächst in eine Bibliothek umgewandelt werden soll (entgegen den Testamentswünschen des Malers), ist sie bei den Restaurierungsarbeiten in dem ehemaligen Palast zugegen als eine furchtbare Entdeckung gemacht wird. Scheinbar ist vor langer Zeit in diesem Palast ein Verbrechen verübt worden - aber von wem und warum?
Violeta befasst sich mit der Geschichte des Hauses und ihrer Familie und stellt fest, dass sie - die Spezialistin - ihren Großvater doch nicht so kannte, wie sie dachte.
Bei den vielen Erkenntnissen über ihre Familie lernt sie auch so einiges über sich selbst.
Das Buch ist eine tolle Familiensaga, die sich vom Jahre 1889 bis in die Neuzeit erstreckt. Dabei stoßen wir auf einige sehr interessante Charaktere. Da ist zum einen der Maler Amadeo, der eben nicht nur ein bewunderswerter Künstler war. Dann gibt es seine Mutter, die einer spiritistischen Vereinigung angehört und einen Bruder, der überraschend Priester wird. Was hat es zudem mit der berühmten Sängerin Olympia auf sich und mit dem Brand des Warenhauses El Siglo? Und wie passen die Briefe, die Violeta von einer unbekannten Frau aus Italien erhält ins Bild? Überhaupt geht es immer wieder um die Frauen der Familie. Darum, was sie geleistet haben und um ihre Schicksale.
Letztendlich wird dann doch ein Museum für die Werke ohres Großvaters aus dem Familiensitz.
Man erfährt die Zusammenhänge auf 2 verschiedenen Ebenen, was zusätzlich Spannung aufbaut.
Zu den Nachforschungsarbeiten, die Violeta vornimmt, werden im Buch auch Auszüge aus Polizei- und Zeitungsberichten gebracht. Dazu gibt es immer wieder Beschreibungen der Bilder von Amadeo Lax. Das hat mir sehr gut gefallen.
Und natürlich die ganze Atmosphäre Barcelonas, die wunderbar geschildert wird.
Für mich ein tolles Buch!
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Die Geister schweigen
Jahresrückblick 2014
Tja nun hat bereits das neue Jahr begonnen und ich habe noch nicht wirklich die Muse gehabt das alte Jahr mal Revue passieren zu lassen.
Wie war das vergangene Jahr?
Es war ein gutes Jahr für mich! Und ich bin sehr DANKBAR dafür!
Meine Tochter hat ihren Abschluss gemacht und eine tolle Stelle bekommen - nur bedingt mein Verdienst, aber dennoch habe ich mich sehr für sie gefreut und bin mega stolz auf sie!
Sie hat ihre erste eigene Wohnung und macht einen zufriedenen und glücklichen Eindruck und das freut bekanntlich ein Mutterherz!
Den Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft der Geschwister erfahren dürfen- DANKE dafür!!
Ich liebe euch!!!
Ich hatte einen wunderbaren Urlaub auf Norderney mit meiner Schwester, überhaupt habe ich mein
Schwesterchen dieses Jahr viel öfter gesehen - freu!!
Meine älteste Freundin hat mich mit ihrer Tochter im Sommer besucht.
Meine liebe Freundin aus Schweden mit ihrem Mann war auch im Sommer zu Besuch!
Im Oktober auf Fehmarn den Geburtstag meiner liebsten Tante gefeiert! Es war eine wirklich schöne Feier!
Habe im Dezember meine Tochter besucht!
Hatte ein wunderbares Treffen mit 2 Frauen aus dem Forum, was micht tief berührt hat!
Habe ein paar neue Dinge unternommen und werde das in diesem Jahr fortführen!! Auch das unabhängigmachen von Freundinnen und vielleicht das schließen von neuen Kontakten wird dazu gehören.
Mein ältester Neffe hat sich über Faceb.. gemeldet, was mich sehr freut. Der Kontakt war von seiner Mutter vor ca. 20 Jahren abgebrochen worden! Manchmal geschehen kleine Wunder!
Wir haben uns dann im Dezember getroffen, es war ein aufregendes und schönes Treffen und manches was ich erfahren habe hat mich geschockt und traurig gemacht.
Andere Freundschaften gestalten sich schwieriger - aber das gehört auch zum Leben dazu und ich muss mir überlegen wie ich damit umgehe.
Was schade ist, ich habe sehr wenig hier geschrieben und auch in meinem Berlin-Blog,
das möchte ich wieder ändern!
Suche allerdings immer wieder nach der richtigen Balance von anderen Interessen und dem Netz.
Beruflich war es eigentlich das ganze Jahr sehr sehr anstrengend! Meine Kollegin und ich haben uns wirklich bis zur Erschöpfung abgerackert.
Hinzu kam der Wechsel der GF und damit verbunden völlig neuer Aufbau der Firma durch die Ex-Chefinnen, dann der neue Chef - vieles sehr unklar an Zuständigkeiten und wie geht man mit wem um! Dann folgte ein Umbau und 1 Woche vor Weihnachten der Umzug des Büro's!
Dazwischen immer wieder große Probleme mit meinen Knien, vor allem das linke tut immer wieder höllisch weh und ich hatte durch die Fehlhaltung dann das Illiosakralgelenk eingeklemmt - ich kann nur sagen höllisch schmerzhaft!!
Dieses Problem wird im Januar nochmal mit den Orthopäden angegangen.
Ich freue mich auf das Jahr 2015!
Im Frühjahr steht dann erstmal die Einlösung des Geschenks von meinem 60.Geburtstag an
Die Namibia Reise!!
Wie war das vergangene Jahr?
Es war ein gutes Jahr für mich! Und ich bin sehr DANKBAR dafür!
Meine Tochter hat ihren Abschluss gemacht und eine tolle Stelle bekommen - nur bedingt mein Verdienst, aber dennoch habe ich mich sehr für sie gefreut und bin mega stolz auf sie!
Sie hat ihre erste eigene Wohnung und macht einen zufriedenen und glücklichen Eindruck und das freut bekanntlich ein Mutterherz!
Den Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft der Geschwister erfahren dürfen- DANKE dafür!!
Ich liebe euch!!!
Ich hatte einen wunderbaren Urlaub auf Norderney mit meiner Schwester, überhaupt habe ich mein
Schwesterchen dieses Jahr viel öfter gesehen - freu!!
Meine älteste Freundin hat mich mit ihrer Tochter im Sommer besucht.
Meine liebe Freundin aus Schweden mit ihrem Mann war auch im Sommer zu Besuch!
Im Oktober auf Fehmarn den Geburtstag meiner liebsten Tante gefeiert! Es war eine wirklich schöne Feier!
Habe im Dezember meine Tochter besucht!
Hatte ein wunderbares Treffen mit 2 Frauen aus dem Forum, was micht tief berührt hat!
Habe ein paar neue Dinge unternommen und werde das in diesem Jahr fortführen!! Auch das unabhängigmachen von Freundinnen und vielleicht das schließen von neuen Kontakten wird dazu gehören.
Mein ältester Neffe hat sich über Faceb.. gemeldet, was mich sehr freut. Der Kontakt war von seiner Mutter vor ca. 20 Jahren abgebrochen worden! Manchmal geschehen kleine Wunder!
Wir haben uns dann im Dezember getroffen, es war ein aufregendes und schönes Treffen und manches was ich erfahren habe hat mich geschockt und traurig gemacht.
Andere Freundschaften gestalten sich schwieriger - aber das gehört auch zum Leben dazu und ich muss mir überlegen wie ich damit umgehe.
Was schade ist, ich habe sehr wenig hier geschrieben und auch in meinem Berlin-Blog,
das möchte ich wieder ändern!
Suche allerdings immer wieder nach der richtigen Balance von anderen Interessen und dem Netz.
Beruflich war es eigentlich das ganze Jahr sehr sehr anstrengend! Meine Kollegin und ich haben uns wirklich bis zur Erschöpfung abgerackert.
Hinzu kam der Wechsel der GF und damit verbunden völlig neuer Aufbau der Firma durch die Ex-Chefinnen, dann der neue Chef - vieles sehr unklar an Zuständigkeiten und wie geht man mit wem um! Dann folgte ein Umbau und 1 Woche vor Weihnachten der Umzug des Büro's!
Dazwischen immer wieder große Probleme mit meinen Knien, vor allem das linke tut immer wieder höllisch weh und ich hatte durch die Fehlhaltung dann das Illiosakralgelenk eingeklemmt - ich kann nur sagen höllisch schmerzhaft!!
Dieses Problem wird im Januar nochmal mit den Orthopäden angegangen.
Ich freue mich auf das Jahr 2015!
Im Frühjahr steht dann erstmal die Einlösung des Geschenks von meinem 60.Geburtstag an
Die Namibia Reise!!
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