Alex Capus: Reisen imLicht der Sterne
Reisen im Licht der Sterne ist ein 2005 verfasstes Buch des Schweizer Schriftstellers Alex Capus.
Kein Roman und auch kein Krimi, eher Biografie und Fiktion - Alex Capus reist auf den Spuren des berühmten Robert Louis Stevensons in die Südsee und betätigt sich als Detektiv. Ausgangspunkt ist eine Wendung in Stevensons Leben, der seine zahlreichen Biografen in Capus Augen zu wenig Beachtung geschenkt haben: Warum ließ sich der schwer lungenkranke Dichter für den Rest seines Lebens auf Samoa nieder. Obwohl er und seine Familie die Insel nicht sonderlich mochten und das extreme Klima Gift für seine Gesundheit war? Im Dezember 1889 kommen sie auf ihren ausgedehnten Reisen durch den Pazifik auf Samoa an. Eigentlich will sich Stevenson nur ein paar Tage umsehen und dann zurück in seine schottische Heimat. Doch dann kauft er mit seinen letzten Ersparnissen ein großes Stück Dschungel, um sich dort niederzulassen.
Warum nur, fragt sich Capus und macht sich auf eine packende Spurensuche. Tatsache ist jedenfalls, dass die Stevensons anfangs unter ärmlichen Bedingungen -- Abendessen: eine Avocado für alle -- auf ihrem Anwesen hausten, sich aber bald eine prunkvolle Villa hinstellen ließen und auch die nächsten Jahre auf großem Fuß lebten. Könnte es nicht sein, dass Stevenson nicht nur ein weltberühmtes Buch über eine Schatzinsel schrieb, sondern auch selbst einem Piratenschatz auf die Spur gekommen war? Und zwar dem legendären Kirchenschatz von Lima, der 1821 auf der Kokos Insel vor Costa Rica versteckt worden sein soll. Aber, so findet Capus heraus, es gibt unweit von Stevensons neuem Domizil auch eine kleine Insel, die auf alten holländischen Seekarten "Cocos Eylandt" genannt wurde.
Fazit:
Ich hatte dieses Bändchen geschenkt bekommen und wäre in einer Buchhandlung eher nicht auf die Idee gekommen es zu kaufen.
Aber:
Eine lesbare und interessante Geschichte über einen berühmten Schriftsteller.
Teilweise mit – für mich – langweiligen Informationen über geografische Details
des Pazifik, langweiligen Informationen über die Seeschifffahrt … aber sehr
interessanten persönlichen Informationen über Robert Louis Stevenson (ein sehr
reiselustiger Mann) und seine Familie. Der
Schreibstil von Capus hat mir sehr gut gefallen – ich werde ihn sicher noch mal
lesen, dann aber eine Erzählung.
Zitat:
Zu gerne würde man wissen, wieso ausgerechnet dieser Berg- der dem unbefangenen Betrachter ein ganz gewöhnlicher Hügel ist, wie es noch viele gibt- weshalb ausgerechnet dieser Berg Stevensons Aufmerksamkeit dermaßen fesselte. Weshalb Mount Vaea und kein anderer, unter allen Bergen Samoas, Hawaiis und Tahitis? Interessant ist, dass Louis, der sonst wirklich alles zu Papier brachte, was ihn bewegte, und der am liebsten alles gedruckt sah, was er zu Papier brachte- interessant ist also, dass er Mount Vaea in seinen Briefen, Romanen und Reportagen kaum eines Wortes würdigt.
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Montag, 12. Mai 2014
Samstag, 12. April 2014
Meine Buchbesprechung für die BuchBlogParade April
Dieses Buch habe ich in den letzten Wochen gelesen.
Nicholas Shakespeare: Die Erbschaft
Andy Larkham ist spät dran. Er will zur Beerdigung seines Lieblingslehrers, der ihm einmal sagte: «Es ist schwer, etwas aus sich zu machen.»
Wie immer zu spät, sitzt er nun bei der vermeintlichen Beerdigung seines Lieblingslehrers (der ihm ein Manuskript hinterlassen hat) und wundert sich, dass außer ihm nur noch eine alte Dame da sitzt. Komisch, der Lehrer war doch so beliebt! Am Ende erfährt er, dass er einer falschen Trauerfeier beigewohnt hat. Es war die Beerdigung Christopher Madigans. Durch diese Verwechselung erbt Andy 17 Millionen Pfund.
Was macht man, wenn eigene Zerstreutheit dazu führt, dass man zum Erbe eines riesigen Vermögens von um die 17 Millionen Dollar wird? Einfach so weiterleben, die Umstände ignorieren, wie es dazu kommen konnte? Soll er ein Leben in Luxus führen, den Job kündigen und einen Schnitt mit dem alten »Ich« machen? Menschlich, wenn man der Versuchung erliegt, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und den neuen Reichtum zu genießen. Genauso verfährt auch Andy Larkham, der Protagonist des Romans »Die Erbschaft« von Nicholas Shakespeare.
Doch ganz so unproblematisch, wie die Sache am Anfang scheint, ist es dann doch nicht. Andy fühlt sich nicht wohl bei dem Gedanken, nicht zu wissen, aus welchem Grund gerade er zu diesem unverhofften Vermögen gekommen ist. Vor allem die Art und Weise, in der das Testament verfasst wurde, gibt einige Rätsel auf. Auch er selbst verändert sich. Alte Freunde wenden sich ab und er entfernt sich immer mehr von seinem alten »Ich«. Sein bester Freund David drängt ihn herauszufinden wer Christopher Madigan war und über sein Leben ein Buch zu schreiben.
Andy macht sich schließlich auf die Suche. Auf eine Suche nach dem Ursprung des Geldes und seiner Geschichte. Denn er ahnt, dass das Geld nur so wirklich sein gefühltes Eigentum werden und er wieder zu sich selbst finden kann.
Es wird schnell klar, dass die Story mehr als reine Unterhaltung zu bieten hat.
Spätestens als Andy sich bei seinen Nachforschungen mit der Geschichte Armeniens auseinandersetzen muss, Themen wie Einsamkeit, Lüge, verratener Liebe und Enttäuschung von Bedeutung werden, bekommt die Handlung eine Dynamik. Der Lebemann Andy, der vor der Erbschaft weder besonders ehrgeizig war, noch sich großartig für seine Mitmenschen interessierte, seinen Job – er war Lektor für Bücher in einem kleinen Ratgeberverlag– zwar liebte, ihn aber nicht mir voller Hingabe erfüllte, verändert sich. Das Geld wirft Fragen auf, die er sich ansonsten wohl eher nicht gestellt hätte. Es weckt Skrupel und macht ihm klar, dass auch er menschliche Verpflichtungen hat, denen er nachkommen muss. Allein schon um seiner selbst Willen, aber auch aus Respekt vor seinen Mitmenschen. War die verpasste Beerdigung seines Lehrers der ausschlaggebende Punkt für seinen Reichtum, erkennt Andy, dass die verschiedenen Umstände, der Tod seines Lehrers, die Geschichte seines Erblassers, dessen Tochter, der Haushälterin und seine eigene Gemeinsamkeiten aufweisen. Er macht es sich zur Aufgabe, die Biografie seines Gönners ins rechte Licht zu rücken, damit wenigstens nach dessen Tod die Erinnerungen seiner Tochter nicht durch Intrigen verdorben sind und ein posthumer Frieden geschlossen werden kann.
Wie werde ich der, der ich bin’, ’nicht jeder ist das was er ist’. Was macht die Geschichte aus einem Menschen. Das sind die eigentlichen Fragen, die in diesem Roman auftauchen. und überall im Buch taucht auch Montaigne auf. Er glaubte z.B, ‘das Wichtigste auf Erden sei zu wissen, wie man zu sich selbst findet’. und vieles mehr.
Ein sehr spannend geschriebenes Buch über die Menschlichkeit.
Zitat: "Weißt du noch, wie ich sagte, du wärest nicht ohne Grund zu spät gekommen? Du hast diese siebzehn Millionen nicht umsonst erhalten. Betrachte es als Vorschuss auf ein Buch, das du noch nicht geschrieben hast. Als du bei der Beerdigung aufgetaucht bist, hast du den Vertrag abgeschlossen. Seitdem hast du das gemacht was jeder Scharlatan macht: deinen Vorschuss verprasst. Doch du musst auch ein bisschen rackern. Du musst ein bisschen schwitzen, um dich aus der Sackgasse zu schreiben, in die du geraten bist."
Nicholas Shakespeare: Die Erbschaft
Andy Larkham ist spät dran. Er will zur Beerdigung seines Lieblingslehrers, der ihm einmal sagte: «Es ist schwer, etwas aus sich zu machen.»
Wie immer zu spät, sitzt er nun bei der vermeintlichen Beerdigung seines Lieblingslehrers (der ihm ein Manuskript hinterlassen hat) und wundert sich, dass außer ihm nur noch eine alte Dame da sitzt. Komisch, der Lehrer war doch so beliebt! Am Ende erfährt er, dass er einer falschen Trauerfeier beigewohnt hat. Es war die Beerdigung Christopher Madigans. Durch diese Verwechselung erbt Andy 17 Millionen Pfund.
Was macht man, wenn eigene Zerstreutheit dazu führt, dass man zum Erbe eines riesigen Vermögens von um die 17 Millionen Dollar wird? Einfach so weiterleben, die Umstände ignorieren, wie es dazu kommen konnte? Soll er ein Leben in Luxus führen, den Job kündigen und einen Schnitt mit dem alten »Ich« machen? Menschlich, wenn man der Versuchung erliegt, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und den neuen Reichtum zu genießen. Genauso verfährt auch Andy Larkham, der Protagonist des Romans »Die Erbschaft« von Nicholas Shakespeare.
Doch ganz so unproblematisch, wie die Sache am Anfang scheint, ist es dann doch nicht. Andy fühlt sich nicht wohl bei dem Gedanken, nicht zu wissen, aus welchem Grund gerade er zu diesem unverhofften Vermögen gekommen ist. Vor allem die Art und Weise, in der das Testament verfasst wurde, gibt einige Rätsel auf. Auch er selbst verändert sich. Alte Freunde wenden sich ab und er entfernt sich immer mehr von seinem alten »Ich«. Sein bester Freund David drängt ihn herauszufinden wer Christopher Madigan war und über sein Leben ein Buch zu schreiben.
Andy macht sich schließlich auf die Suche. Auf eine Suche nach dem Ursprung des Geldes und seiner Geschichte. Denn er ahnt, dass das Geld nur so wirklich sein gefühltes Eigentum werden und er wieder zu sich selbst finden kann.
Es wird schnell klar, dass die Story mehr als reine Unterhaltung zu bieten hat.
Spätestens als Andy sich bei seinen Nachforschungen mit der Geschichte Armeniens auseinandersetzen muss, Themen wie Einsamkeit, Lüge, verratener Liebe und Enttäuschung von Bedeutung werden, bekommt die Handlung eine Dynamik. Der Lebemann Andy, der vor der Erbschaft weder besonders ehrgeizig war, noch sich großartig für seine Mitmenschen interessierte, seinen Job – er war Lektor für Bücher in einem kleinen Ratgeberverlag– zwar liebte, ihn aber nicht mir voller Hingabe erfüllte, verändert sich. Das Geld wirft Fragen auf, die er sich ansonsten wohl eher nicht gestellt hätte. Es weckt Skrupel und macht ihm klar, dass auch er menschliche Verpflichtungen hat, denen er nachkommen muss. Allein schon um seiner selbst Willen, aber auch aus Respekt vor seinen Mitmenschen. War die verpasste Beerdigung seines Lehrers der ausschlaggebende Punkt für seinen Reichtum, erkennt Andy, dass die verschiedenen Umstände, der Tod seines Lehrers, die Geschichte seines Erblassers, dessen Tochter, der Haushälterin und seine eigene Gemeinsamkeiten aufweisen. Er macht es sich zur Aufgabe, die Biografie seines Gönners ins rechte Licht zu rücken, damit wenigstens nach dessen Tod die Erinnerungen seiner Tochter nicht durch Intrigen verdorben sind und ein posthumer Frieden geschlossen werden kann.
Wie werde ich der, der ich bin’, ’nicht jeder ist das was er ist’. Was macht die Geschichte aus einem Menschen. Das sind die eigentlichen Fragen, die in diesem Roman auftauchen. und überall im Buch taucht auch Montaigne auf. Er glaubte z.B, ‘das Wichtigste auf Erden sei zu wissen, wie man zu sich selbst findet’. und vieles mehr.
Ein sehr spannend geschriebenes Buch über die Menschlichkeit.
Zitat: "Weißt du noch, wie ich sagte, du wärest nicht ohne Grund zu spät gekommen? Du hast diese siebzehn Millionen nicht umsonst erhalten. Betrachte es als Vorschuss auf ein Buch, das du noch nicht geschrieben hast. Als du bei der Beerdigung aufgetaucht bist, hast du den Vertrag abgeschlossen. Seitdem hast du das gemacht was jeder Scharlatan macht: deinen Vorschuss verprasst. Doch du musst auch ein bisschen rackern. Du musst ein bisschen schwitzen, um dich aus der Sackgasse zu schreiben, in die du geraten bist."
Sonntag, 12. Januar 2014
Monatsbuch Januar: Meine erste Buchbesprechung
Ich weiss noch nicht ob ich hier bei http://evamarianielsen.com/ BuchBlogParade auch mitmachen darf, aber ich schreibe schon mal diese Besprechung:
Dieses Buch hat mir eine liebe Freundin geschenkt und erst habe ich gedacht - okay warum schenkt sie mir ein Comic Buch! Aber da ich immer offen für Neues bin habe ich es natürlich gelesen und muss sagen es hat mir gefallen!
Golo & Dibou : Chronik einer verschwundenen Stadt ( avant-verlag)
Dibou ist Französin. Sie hat Kairo 1988 kennengelernt und da eine innere Stimme ihr immer wieder "sagt" sie müsse wieder nach Kairo fährt sie 1995 wieder hin. Dort lernt sie kurz vor ihrer Rückfahrt Golo, einen Künstler, kennen, der ihr bisher unbekannte Ecken in Kairo zeigt.
Nach 2 Monaten kommt sie wieder nach Kairo. Golo, hatte sich inzwischen im Dorf Qurna niedergelassen, nahe dem Tal der Könige und dem Hatschepsut-Tempel.
Dibou bleibt, immer wieder unterbrochen von Zeiten in Paris, 15 Jahre, sie leben mit den Saidis erkunden die Gegend, bauen ein Kunstprojekt mit den Kindern des Dorfes auf usw.!
Sie müssen mit ansehen, wie innerhalb von ein paar Jahren ( vor allem nach den Anschlägen in Luxur und Hatschepsut)dieses Dorf trotz aller Versuche der Bewohner Wiederstand zu leisten,vernichtet wird. Es existiert nicht mehr!
Die Regierung, angestachelt durch die Archäologen und mit Aussicht auf gutes Geld durch die Touristen, zerstört ein Dorf, die Leben der Bewohner, deren Existenzgrundlagen, denn dort wo sie jetzt leben müssen haben sie keine Möglichkeit zu arbeiten.
Dieses Buch lässt uns teilhaben am Leben dieser Menschen, ihrer Mentalität, ihren großen und kleinen Schwächen und dokumentiert gleichzeitig den Untergang dieses Dorfes.
Es ist nicht nur Comic, sondern hat dazwischen auch immer wieder Fotos.
Ein eher trauriges Thema wird so recht unterhaltsam, auch lustig aufgearbeitet und die Erinnerung an das Dorf erhalten!
Der Schlusssatz im Buch:
"Seit Sommer 2010 ist die gesamte Zone kilometerweit von einer Betonmauer eingezäunt.
Ein Vorgehen, das sich verbreitet: Palästina, Sinai, Qurna......."
Dieses Buch hat mir eine liebe Freundin geschenkt und erst habe ich gedacht - okay warum schenkt sie mir ein Comic Buch! Aber da ich immer offen für Neues bin habe ich es natürlich gelesen und muss sagen es hat mir gefallen!
Golo & Dibou : Chronik einer verschwundenen Stadt ( avant-verlag)
Dibou ist Französin. Sie hat Kairo 1988 kennengelernt und da eine innere Stimme ihr immer wieder "sagt" sie müsse wieder nach Kairo fährt sie 1995 wieder hin. Dort lernt sie kurz vor ihrer Rückfahrt Golo, einen Künstler, kennen, der ihr bisher unbekannte Ecken in Kairo zeigt.
Nach 2 Monaten kommt sie wieder nach Kairo. Golo, hatte sich inzwischen im Dorf Qurna niedergelassen, nahe dem Tal der Könige und dem Hatschepsut-Tempel.
Dibou bleibt, immer wieder unterbrochen von Zeiten in Paris, 15 Jahre, sie leben mit den Saidis erkunden die Gegend, bauen ein Kunstprojekt mit den Kindern des Dorfes auf usw.!
Sie müssen mit ansehen, wie innerhalb von ein paar Jahren ( vor allem nach den Anschlägen in Luxur und Hatschepsut)dieses Dorf trotz aller Versuche der Bewohner Wiederstand zu leisten,vernichtet wird. Es existiert nicht mehr!
Die Regierung, angestachelt durch die Archäologen und mit Aussicht auf gutes Geld durch die Touristen, zerstört ein Dorf, die Leben der Bewohner, deren Existenzgrundlagen, denn dort wo sie jetzt leben müssen haben sie keine Möglichkeit zu arbeiten.
Dieses Buch lässt uns teilhaben am Leben dieser Menschen, ihrer Mentalität, ihren großen und kleinen Schwächen und dokumentiert gleichzeitig den Untergang dieses Dorfes.
Es ist nicht nur Comic, sondern hat dazwischen auch immer wieder Fotos.
Ein eher trauriges Thema wird so recht unterhaltsam, auch lustig aufgearbeitet und die Erinnerung an das Dorf erhalten!
Der Schlusssatz im Buch:
"Seit Sommer 2010 ist die gesamte Zone kilometerweit von einer Betonmauer eingezäunt.
Ein Vorgehen, das sich verbreitet: Palästina, Sinai, Qurna......."
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