Diesmal ist es ein Buch, das eigentlich ein Nachfolgeband ist - was ich aber nicht wusste als ich es gekauft und gelesen habe. Erst beim Lesen wurde mir das klar. Aber ich finde man kann es sehr gut lesen ohne den 1.Band gelesen zu haben.
Der Titel:
Jan-Philipp Sendker: Herzenstimmen
Zehn Jahre ist es her, seit Julia Win aus Burma als anderer Mensch zurückkehrte. Sie hatte ihren Vater gesucht, den Bruder gefunden und war beseelt gewesen von der schönsten Liebesgeschichte, die sie je gehört hatte. Doch in der Zwischenzeit wurde sie von ihrer Karriere in einer New Yorker Anwaltskanzlei längst wieder in das rastlose westliche Leben zurückgeholt. Da erreicht sie ein rätselhafter Brief ihres Bruders U Ba aus Burma, und mit dem Brief kommt nicht nur die Erinnerung zurück, sondern Julia wird auch klar, dass sie die Lehren von damals über die Liebe und das Leben vergessen hat. Und seit sie den Brief gelesen hat, geschieht Seltsames: Immer wieder spricht eine fremde innere Stimme zu ihr, deren Fragen Julia Angst machen, aber auch eine tiefe Sehnsucht wecken. Hat der alte burmesische Mönch, den sie um Rat fragt, mit seiner Vermutung recht, dass zwei Seelen in Julias Brust wohnen? Und was kann sie von dieser anderen, ihr unbekannten Seele lernen? Schon fürchtet Julia, den Verstand zu verlieren, doch dann wird ihr klar, dass nur ihr Bruder in Burma ihr helfen kann. Mit seiner Hilfe muss Julia dem Ursprung und dem Geheimnis der Stimme auf den Grund gehen, um zwei Seelen zu versöhnen und das Glück zu finden.
Der Autor erzählt vom Schicksal eines Liebespaares. Dieses Mal jedoch stehen die beiden Söhne des Paares im Vordergrund. Sendker erzählt von der Liebe einer Mutter und vom verzweifelten Wunsch eines Sohnes, diese Liebe zu erleben.
Er zeigt Burma als ein teilweise entmystifiziertes Land, die Macht des Militärs ist allgegenwärtig. Dies wird dem Leser ebenso vor Augen geführt, wie die Hilflosigkeit, mit der die Bevölkerung einem maroden System gegenüber steht.
Ich finde es ist ein wunderbares Buch, auch wenn das 1. mystischer sein soll.
Ich mag die Sprache und die Bilder die sie hervorruft.
Ich wollte das Buch beim Lesen kaum aus der Hand legen.
Den 1.Band werde ich mir auch noch kaufen. Ich habe von dem Autor bis dahin noch nichts gelesen gehabt. Das wird nun nachgeholt.
Montag, 11. August 2014
Sonntag, 13. Juli 2014
Buchbesprechung für Juli 2014
Meine Buchbesprechung für diesen Monat
Rachel Joyce: Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry (S.Fischer Vlg)
Kurz zur Geschichte:
Harold Fry lebt mit seiner Frau Maureen ein bescheidenen, langweiliges, ödes, Leben. Der Sohn David scheint längst aus dem Haus zu sein, der Kontakt sporadisch. Der Alltagstrott ist lähmend. Zwischen die ordentlichen Gardinen, die blitzenden Fenster und den porentiefreinen Teppich flattert eines Tages der Brief einer ehemaligen Kollegin Harolds, Queenie Hennessy, ins Haus. Sie schreibt Harold, um sich zu verabschieden. Sie sei an Krebs erkrankt. Harold trifft diese Nachricht tief, obwohl er Queene beinahe vergessen hatte. Er versucht eine Antwort zu formulieren, was ihm sehr schwer fällt:
Die Geschichte ist keine philosophische Abhandlung über den Sinn des Lebens . Hochtrabende Formulierungen oder sinnschwangere Gedanken der Protagonisten fehlen. Was der Leser bekommt ist ein Blick auf ein ganz normales Leben, das manchmal ein Ereignis oder Anreiz braucht um sich aus seiner Tristesse zu befreien.
Es ist eine Geschichte über Tapferkeit und Geheimnisse, Liebe und Loyalität.(Klappentext)
Das Ganze ist gewürzt mit ein klein bisschen Romantik, mit Dramatik, Trauer, aber auch Freude über die Menschen, denen man einfach so am Straßenrand begegnet.
Deshalb hat es mir vielleicht so gut gefallen - ein ganz normales Leben, eben wie du und ich und viele Tausende es vielleicht führen könnten.
Ich werde es sicher weiter reichen und verschenken.
Rachel Joyce: Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry (S.Fischer Vlg)
Kurz zur Geschichte:
Harold Fry lebt mit seiner Frau Maureen ein bescheidenen, langweiliges, ödes, Leben. Der Sohn David scheint längst aus dem Haus zu sein, der Kontakt sporadisch. Der Alltagstrott ist lähmend. Zwischen die ordentlichen Gardinen, die blitzenden Fenster und den porentiefreinen Teppich flattert eines Tages der Brief einer ehemaligen Kollegin Harolds, Queenie Hennessy, ins Haus. Sie schreibt Harold, um sich zu verabschieden. Sie sei an Krebs erkrankt. Harold trifft diese Nachricht tief, obwohl er Queene beinahe vergessen hatte. Er versucht eine Antwort zu formulieren, was ihm sehr schwer fällt:
„Liebe Queenie, danke für Ihren Brief. Es tut mir leid. Alles Gute – Harold (Fry).“ (Seite 13).Er nimmt den Brief und will ihn zum Briefkasten bringen. Dort angekommen denkt er an die paar Worte, die er Queenie geschrieben hat und schämt sich für ihre Dürftigkeit.Er stellt sich vor, wie er nach Hause zurückkehrt, wie das Leben genauso weitergeht wie bisher.Er schafft es nicht den Brief einzuwerfen.
"Eigentlich ist es ein schöner Tag" (Seite 19).
Er hatte ja sonst nichts zu tun da konnte er genauso bis zum nächsten Briefkasten laufen. Dann zum nächsten,dann wieder zum nächsten und zum nächsten...Auf seinem Weg denkt er nach. Über sich, Maureen und David, seine Eltern. Neben allen Gedanken, die ihm nur so durch den Kopf zu schießen scheinen kristallisiert sich eine Frage heraus, die ihn plötzlich ergreift:
Er kommt auf eine völlig absurde Idee: er will zu Queenie laufen. Von Südengland bis an die schottische Grenze nach Berwick upon Tweed. Hinter dieser Idee steht noch ein viele verrücktere Idee, nämlich die, dass Queenie so lange leben würde, wie er sich auf dem Weg zu ihr befände. Er informiert das Hospiz, in dem Queenie lebt:„Wer bin dann eigentlich ich?“ (S. 19).
„Sagen Sie ihr, Harold Fry ist auf dem Weg. Sie braucht nur durchzuhalten. Denn ich werde sie retten, wissen Sie. Ich werde laufen und sie muss weiterleben.“ (S. 28).Zugegeben eine völlig absurde Vorstellung - aber diese Vorstellung treibt Harold an zu laufen. Seine Reise ist nicht nur das Zurücklegen von Kilometern - eine Reise, insbesondere eine Pilgerreise, ist immer auch eine Reise zu sich selbst. So ergeht es in den einsamen Stunden auf seinem Weg auch Harold. Die Gedanken kreisen - um fast alles, was in seinem Leben eine Rolle gespielt hat. Auf diese Weise lernt der Leser Harold kennen - durch dessen Erinnerungen und Gedanken. Im Laufe des Buches wird Harold ein alter Bekannter; man erfährt vieles über seinen Beruf, die restliche Familie, die Beziehung zu seinem Sohn, die Beziehung zu seinem eigenen Vater, der verstört aus dem Krieg zurück kam. Immer wieder setzt er sich auch mit seiner Ehe zu Maureen auseinander. Anfangs nicht nur positiv, kommt er doch schließlich zu der wichtigen Erkenntnis:
„Er konnte sich selbst nicht mit einer anderen Frau als Maureen vorstellen. Sie hatten so viel miteinander geteilt. Ohne sie zu leben wäre, als würden ihm alle lebenswichtigen Organe genommen und von ihm bleibe nichts als eine leere, zerbrechliche Hülle.“ (S. 154).Parallel zu Harold durchlebt Maureen die gleichen Gedankengänge, grübelt und erinnert sich. Ihre Empfindungen schwanken ebenso wie Harolds. Anfangs wütend über sein Verschwinden, wird sie im Laufe der Zeit weicher und erinnert sich an den Mann, den sie einmal geliebt hatte.
„Maureen fragte sich, wo Harold wohl schlief, und wünschte, sie könne ihm gute Nacht sagen. Sie reckte den Hals zum Himmel und suchte in der Dämmerung nach dem ersten Sternfunkeln.“ (S. 185).Neben der Erkenntnis über sich und sein Leben ist Harolds Reise auch von totaler Erschöpfung geprägt - sie bringt Harold an die Grenzen seiner körperlichen und emotionalen Leistungsfähigkeit.
Die Geschichte ist keine philosophische Abhandlung über den Sinn des Lebens . Hochtrabende Formulierungen oder sinnschwangere Gedanken der Protagonisten fehlen. Was der Leser bekommt ist ein Blick auf ein ganz normales Leben, das manchmal ein Ereignis oder Anreiz braucht um sich aus seiner Tristesse zu befreien.
Es ist eine Geschichte über Tapferkeit und Geheimnisse, Liebe und Loyalität.(Klappentext)
Das Ganze ist gewürzt mit ein klein bisschen Romantik, mit Dramatik, Trauer, aber auch Freude über die Menschen, denen man einfach so am Straßenrand begegnet.
Deshalb hat es mir vielleicht so gut gefallen - ein ganz normales Leben, eben wie du und ich und viele Tausende es vielleicht führen könnten.
Ich werde es sicher weiter reichen und verschenken.
Freitag, 13. Juni 2014
Buchbesprechung für den Monat Juni
Puh, nun bin ich wieder einen Tag zu spät, aber gestern Abend kam mir ein Termin dazwischen und danach war ich nicht mehr in der Lage etwas zu schreiben.
SORRY
Meine Buchbesprechung
Marina Fiorato: Das Geheimnis des Frühlings (Limes Vlg.)
Im Florenz der Renaissance schlägt sich Luciana Vetra, genannt Chi-Chi, ein neugieriger Freigeist mit frechem Mundwerk, als Prostituierte durchs Leben. Dem berühmten Maler Botticelli steht sie, auf Wunsch ihres besten Kunden Bembo, Modell für das Gemälde "Primavera (Frühling). Nach einer Auseinandersetzung mit dem Maler traut sie sich nicht mehr nach dem Honorar zu fragen und stiehlt ihm als Ausgleich die Miniaturvorlage für das geplante große Gemälde. Damit setzt sie Ereignisse in Gang, von denen sie lieber verschont geblieben wäre. Ihr Zimmer wird durchsucht, ihre Mitbewohnerin getötet. Sie geht zu Bembo, der tot in seinem Blut liegt und für dessen Mörderin sie gehalten wird. In der Kirche Santa Croce bittet sie den ihr bekannten Novizen Guido della Torre, den sie allein durch den Kontakt zu ihm in die Sache hineingezogen hat, um Hilfe. Als ein Mitbruder bei der Begegnung, auf Grund einer Verwechslung, ebenfalls getötet wird, wird Ihnen klar dass sie sich beide in tödlicher Gefahr befinden und fliehen vor ihren Verfolgern. Sie verstehen schnell, dass ihre Gefährdung mit dem Bild zu tun hat. Ihre Bemühungen, das Bild zu entschlüsseln, bringen sie einer großen politischen Verschwörung auf die Spur.
Die Handlung des Romans führt in den Jahren 1481 und 1482 in zehn Teilen durch acht Städte, deren Namen mit Datumsangabe die Teilüberschriften bestimmen. Der Epilog beschreibt kurz drei Ereignisse aus dem Jahre 1492. Chi-Chi und Guido, die beiden Helden wider Willen, müssen haarsträubende Abenteuer bestehen, Verfolgungsjagden, Prügeleien, unangenehmer Kontakt mit Piraten, Aussicht auf eine Existenz als Sklaven und anderes mehr bestimmen ihren Weg.
Die Fluchtbewegung der beiden Helden folgt einem einfachen Schema: Ankunft in einer fremden Stadt – Kontakt mit Menschen, die weiterhelfen oder bedrohen – Teilentschlüsselung des Bildes – Ortswechsel.
Chi-Chi bedient sich zur Strukturierung ihres Denkens exzessiv der Dreiheit.
Der Entdeckungen, Einsichten, Gründe, Fakten, Gedanken und Personen gibt es immer wieder drei. Im Text etikettiert, kursiviert, durchgezählt als credo uno (due, tre), cosa uno, obezione [sic, = obiezione] uno, qualcosa uno, ragione uno, fatto uno, scoperta uno, figura uno und mit den zugehörigen Informationen versehen.
Ich fand den Roman spannend, obwohl mich mit Italien nicht so viel verbindet.
Deshalb kann ich die Beschreibungen der Städte nicht wirklich nachprüfen, aber das muss man ja vielleicht auch nicht.
Ich wollte mal wieder etwas lesen was mich fesselt und entspannt und das ist gelungen.
Vielleicht lese ich noch eines der anderen Werke der Autorin.
SORRY
Meine Buchbesprechung
Marina Fiorato: Das Geheimnis des Frühlings (Limes Vlg.)
Im Florenz der Renaissance schlägt sich Luciana Vetra, genannt Chi-Chi, ein neugieriger Freigeist mit frechem Mundwerk, als Prostituierte durchs Leben. Dem berühmten Maler Botticelli steht sie, auf Wunsch ihres besten Kunden Bembo, Modell für das Gemälde "Primavera (Frühling). Nach einer Auseinandersetzung mit dem Maler traut sie sich nicht mehr nach dem Honorar zu fragen und stiehlt ihm als Ausgleich die Miniaturvorlage für das geplante große Gemälde. Damit setzt sie Ereignisse in Gang, von denen sie lieber verschont geblieben wäre. Ihr Zimmer wird durchsucht, ihre Mitbewohnerin getötet. Sie geht zu Bembo, der tot in seinem Blut liegt und für dessen Mörderin sie gehalten wird. In der Kirche Santa Croce bittet sie den ihr bekannten Novizen Guido della Torre, den sie allein durch den Kontakt zu ihm in die Sache hineingezogen hat, um Hilfe. Als ein Mitbruder bei der Begegnung, auf Grund einer Verwechslung, ebenfalls getötet wird, wird Ihnen klar dass sie sich beide in tödlicher Gefahr befinden und fliehen vor ihren Verfolgern. Sie verstehen schnell, dass ihre Gefährdung mit dem Bild zu tun hat. Ihre Bemühungen, das Bild zu entschlüsseln, bringen sie einer großen politischen Verschwörung auf die Spur.
Die Handlung des Romans führt in den Jahren 1481 und 1482 in zehn Teilen durch acht Städte, deren Namen mit Datumsangabe die Teilüberschriften bestimmen. Der Epilog beschreibt kurz drei Ereignisse aus dem Jahre 1492. Chi-Chi und Guido, die beiden Helden wider Willen, müssen haarsträubende Abenteuer bestehen, Verfolgungsjagden, Prügeleien, unangenehmer Kontakt mit Piraten, Aussicht auf eine Existenz als Sklaven und anderes mehr bestimmen ihren Weg.
Die Fluchtbewegung der beiden Helden folgt einem einfachen Schema: Ankunft in einer fremden Stadt – Kontakt mit Menschen, die weiterhelfen oder bedrohen – Teilentschlüsselung des Bildes – Ortswechsel.
Chi-Chi bedient sich zur Strukturierung ihres Denkens exzessiv der Dreiheit.
Der Entdeckungen, Einsichten, Gründe, Fakten, Gedanken und Personen gibt es immer wieder drei. Im Text etikettiert, kursiviert, durchgezählt als credo uno (due, tre), cosa uno, obezione [sic, = obiezione] uno, qualcosa uno, ragione uno, fatto uno, scoperta uno, figura uno und mit den zugehörigen Informationen versehen.
Ich fand den Roman spannend, obwohl mich mit Italien nicht so viel verbindet.
Deshalb kann ich die Beschreibungen der Städte nicht wirklich nachprüfen, aber das muss man ja vielleicht auch nicht.
Ich wollte mal wieder etwas lesen was mich fesselt und entspannt und das ist gelungen.
Vielleicht lese ich noch eines der anderen Werke der Autorin.
Montag, 12. Mai 2014
Buchbesprechung für den Mai
Alex Capus: Reisen imLicht der Sterne
Reisen im Licht der Sterne ist ein 2005 verfasstes Buch des Schweizer Schriftstellers Alex Capus.
Kein Roman und auch kein Krimi, eher Biografie und Fiktion - Alex Capus reist auf den Spuren des berühmten Robert Louis Stevensons in die Südsee und betätigt sich als Detektiv. Ausgangspunkt ist eine Wendung in Stevensons Leben, der seine zahlreichen Biografen in Capus Augen zu wenig Beachtung geschenkt haben: Warum ließ sich der schwer lungenkranke Dichter für den Rest seines Lebens auf Samoa nieder. Obwohl er und seine Familie die Insel nicht sonderlich mochten und das extreme Klima Gift für seine Gesundheit war? Im Dezember 1889 kommen sie auf ihren ausgedehnten Reisen durch den Pazifik auf Samoa an. Eigentlich will sich Stevenson nur ein paar Tage umsehen und dann zurück in seine schottische Heimat. Doch dann kauft er mit seinen letzten Ersparnissen ein großes Stück Dschungel, um sich dort niederzulassen.
Warum nur, fragt sich Capus und macht sich auf eine packende Spurensuche. Tatsache ist jedenfalls, dass die Stevensons anfangs unter ärmlichen Bedingungen -- Abendessen: eine Avocado für alle -- auf ihrem Anwesen hausten, sich aber bald eine prunkvolle Villa hinstellen ließen und auch die nächsten Jahre auf großem Fuß lebten. Könnte es nicht sein, dass Stevenson nicht nur ein weltberühmtes Buch über eine Schatzinsel schrieb, sondern auch selbst einem Piratenschatz auf die Spur gekommen war? Und zwar dem legendären Kirchenschatz von Lima, der 1821 auf der Kokos Insel vor Costa Rica versteckt worden sein soll. Aber, so findet Capus heraus, es gibt unweit von Stevensons neuem Domizil auch eine kleine Insel, die auf alten holländischen Seekarten "Cocos Eylandt" genannt wurde.
Fazit:
Ich hatte dieses Bändchen geschenkt bekommen und wäre in einer Buchhandlung eher nicht auf die Idee gekommen es zu kaufen.
Aber:
Eine lesbare und interessante Geschichte über einen berühmten Schriftsteller. Teilweise mit – für mich – langweiligen Informationen über geografische Details des Pazifik, langweiligen Informationen über die Seeschifffahrt … aber sehr interessanten persönlichen Informationen über Robert Louis Stevenson (ein sehr reiselustiger Mann) und seine Familie. Der Schreibstil von Capus hat mir sehr gut gefallen – ich werde ihn sicher noch mal lesen, dann aber eine Erzählung.
Zitat:
Zu gerne würde man wissen, wieso ausgerechnet dieser Berg- der dem unbefangenen Betrachter ein ganz gewöhnlicher Hügel ist, wie es noch viele gibt- weshalb ausgerechnet dieser Berg Stevensons Aufmerksamkeit dermaßen fesselte. Weshalb Mount Vaea und kein anderer, unter allen Bergen Samoas, Hawaiis und Tahitis? Interessant ist, dass Louis, der sonst wirklich alles zu Papier brachte, was ihn bewegte, und der am liebsten alles gedruckt sah, was er zu Papier brachte- interessant ist also, dass er Mount Vaea in seinen Briefen, Romanen und Reportagen kaum eines Wortes würdigt.
Reisen im Licht der Sterne ist ein 2005 verfasstes Buch des Schweizer Schriftstellers Alex Capus.
Kein Roman und auch kein Krimi, eher Biografie und Fiktion - Alex Capus reist auf den Spuren des berühmten Robert Louis Stevensons in die Südsee und betätigt sich als Detektiv. Ausgangspunkt ist eine Wendung in Stevensons Leben, der seine zahlreichen Biografen in Capus Augen zu wenig Beachtung geschenkt haben: Warum ließ sich der schwer lungenkranke Dichter für den Rest seines Lebens auf Samoa nieder. Obwohl er und seine Familie die Insel nicht sonderlich mochten und das extreme Klima Gift für seine Gesundheit war? Im Dezember 1889 kommen sie auf ihren ausgedehnten Reisen durch den Pazifik auf Samoa an. Eigentlich will sich Stevenson nur ein paar Tage umsehen und dann zurück in seine schottische Heimat. Doch dann kauft er mit seinen letzten Ersparnissen ein großes Stück Dschungel, um sich dort niederzulassen.
Warum nur, fragt sich Capus und macht sich auf eine packende Spurensuche. Tatsache ist jedenfalls, dass die Stevensons anfangs unter ärmlichen Bedingungen -- Abendessen: eine Avocado für alle -- auf ihrem Anwesen hausten, sich aber bald eine prunkvolle Villa hinstellen ließen und auch die nächsten Jahre auf großem Fuß lebten. Könnte es nicht sein, dass Stevenson nicht nur ein weltberühmtes Buch über eine Schatzinsel schrieb, sondern auch selbst einem Piratenschatz auf die Spur gekommen war? Und zwar dem legendären Kirchenschatz von Lima, der 1821 auf der Kokos Insel vor Costa Rica versteckt worden sein soll. Aber, so findet Capus heraus, es gibt unweit von Stevensons neuem Domizil auch eine kleine Insel, die auf alten holländischen Seekarten "Cocos Eylandt" genannt wurde.
Fazit:
Ich hatte dieses Bändchen geschenkt bekommen und wäre in einer Buchhandlung eher nicht auf die Idee gekommen es zu kaufen.
Aber:
Eine lesbare und interessante Geschichte über einen berühmten Schriftsteller. Teilweise mit – für mich – langweiligen Informationen über geografische Details des Pazifik, langweiligen Informationen über die Seeschifffahrt … aber sehr interessanten persönlichen Informationen über Robert Louis Stevenson (ein sehr reiselustiger Mann) und seine Familie. Der Schreibstil von Capus hat mir sehr gut gefallen – ich werde ihn sicher noch mal lesen, dann aber eine Erzählung.
Zitat:
Zu gerne würde man wissen, wieso ausgerechnet dieser Berg- der dem unbefangenen Betrachter ein ganz gewöhnlicher Hügel ist, wie es noch viele gibt- weshalb ausgerechnet dieser Berg Stevensons Aufmerksamkeit dermaßen fesselte. Weshalb Mount Vaea und kein anderer, unter allen Bergen Samoas, Hawaiis und Tahitis? Interessant ist, dass Louis, der sonst wirklich alles zu Papier brachte, was ihn bewegte, und der am liebsten alles gedruckt sah, was er zu Papier brachte- interessant ist also, dass er Mount Vaea in seinen Briefen, Romanen und Reportagen kaum eines Wortes würdigt.
Samstag, 12. April 2014
Meine Buchbesprechung für die BuchBlogParade April
Dieses Buch habe ich in den letzten Wochen gelesen.
Nicholas Shakespeare: Die Erbschaft
Andy Larkham ist spät dran. Er will zur Beerdigung seines Lieblingslehrers, der ihm einmal sagte: «Es ist schwer, etwas aus sich zu machen.»
Wie immer zu spät, sitzt er nun bei der vermeintlichen Beerdigung seines Lieblingslehrers (der ihm ein Manuskript hinterlassen hat) und wundert sich, dass außer ihm nur noch eine alte Dame da sitzt. Komisch, der Lehrer war doch so beliebt! Am Ende erfährt er, dass er einer falschen Trauerfeier beigewohnt hat. Es war die Beerdigung Christopher Madigans. Durch diese Verwechselung erbt Andy 17 Millionen Pfund.
Was macht man, wenn eigene Zerstreutheit dazu führt, dass man zum Erbe eines riesigen Vermögens von um die 17 Millionen Dollar wird? Einfach so weiterleben, die Umstände ignorieren, wie es dazu kommen konnte? Soll er ein Leben in Luxus führen, den Job kündigen und einen Schnitt mit dem alten »Ich« machen? Menschlich, wenn man der Versuchung erliegt, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und den neuen Reichtum zu genießen. Genauso verfährt auch Andy Larkham, der Protagonist des Romans »Die Erbschaft« von Nicholas Shakespeare.
Doch ganz so unproblematisch, wie die Sache am Anfang scheint, ist es dann doch nicht. Andy fühlt sich nicht wohl bei dem Gedanken, nicht zu wissen, aus welchem Grund gerade er zu diesem unverhofften Vermögen gekommen ist. Vor allem die Art und Weise, in der das Testament verfasst wurde, gibt einige Rätsel auf. Auch er selbst verändert sich. Alte Freunde wenden sich ab und er entfernt sich immer mehr von seinem alten »Ich«. Sein bester Freund David drängt ihn herauszufinden wer Christopher Madigan war und über sein Leben ein Buch zu schreiben.
Andy macht sich schließlich auf die Suche. Auf eine Suche nach dem Ursprung des Geldes und seiner Geschichte. Denn er ahnt, dass das Geld nur so wirklich sein gefühltes Eigentum werden und er wieder zu sich selbst finden kann.
Es wird schnell klar, dass die Story mehr als reine Unterhaltung zu bieten hat.
Spätestens als Andy sich bei seinen Nachforschungen mit der Geschichte Armeniens auseinandersetzen muss, Themen wie Einsamkeit, Lüge, verratener Liebe und Enttäuschung von Bedeutung werden, bekommt die Handlung eine Dynamik. Der Lebemann Andy, der vor der Erbschaft weder besonders ehrgeizig war, noch sich großartig für seine Mitmenschen interessierte, seinen Job – er war Lektor für Bücher in einem kleinen Ratgeberverlag– zwar liebte, ihn aber nicht mir voller Hingabe erfüllte, verändert sich. Das Geld wirft Fragen auf, die er sich ansonsten wohl eher nicht gestellt hätte. Es weckt Skrupel und macht ihm klar, dass auch er menschliche Verpflichtungen hat, denen er nachkommen muss. Allein schon um seiner selbst Willen, aber auch aus Respekt vor seinen Mitmenschen. War die verpasste Beerdigung seines Lehrers der ausschlaggebende Punkt für seinen Reichtum, erkennt Andy, dass die verschiedenen Umstände, der Tod seines Lehrers, die Geschichte seines Erblassers, dessen Tochter, der Haushälterin und seine eigene Gemeinsamkeiten aufweisen. Er macht es sich zur Aufgabe, die Biografie seines Gönners ins rechte Licht zu rücken, damit wenigstens nach dessen Tod die Erinnerungen seiner Tochter nicht durch Intrigen verdorben sind und ein posthumer Frieden geschlossen werden kann.
Wie werde ich der, der ich bin’, ’nicht jeder ist das was er ist’. Was macht die Geschichte aus einem Menschen. Das sind die eigentlichen Fragen, die in diesem Roman auftauchen. und überall im Buch taucht auch Montaigne auf. Er glaubte z.B, ‘das Wichtigste auf Erden sei zu wissen, wie man zu sich selbst findet’. und vieles mehr.
Ein sehr spannend geschriebenes Buch über die Menschlichkeit.
Zitat: "Weißt du noch, wie ich sagte, du wärest nicht ohne Grund zu spät gekommen? Du hast diese siebzehn Millionen nicht umsonst erhalten. Betrachte es als Vorschuss auf ein Buch, das du noch nicht geschrieben hast. Als du bei der Beerdigung aufgetaucht bist, hast du den Vertrag abgeschlossen. Seitdem hast du das gemacht was jeder Scharlatan macht: deinen Vorschuss verprasst. Doch du musst auch ein bisschen rackern. Du musst ein bisschen schwitzen, um dich aus der Sackgasse zu schreiben, in die du geraten bist."
Nicholas Shakespeare: Die Erbschaft
Andy Larkham ist spät dran. Er will zur Beerdigung seines Lieblingslehrers, der ihm einmal sagte: «Es ist schwer, etwas aus sich zu machen.»
Wie immer zu spät, sitzt er nun bei der vermeintlichen Beerdigung seines Lieblingslehrers (der ihm ein Manuskript hinterlassen hat) und wundert sich, dass außer ihm nur noch eine alte Dame da sitzt. Komisch, der Lehrer war doch so beliebt! Am Ende erfährt er, dass er einer falschen Trauerfeier beigewohnt hat. Es war die Beerdigung Christopher Madigans. Durch diese Verwechselung erbt Andy 17 Millionen Pfund.
Was macht man, wenn eigene Zerstreutheit dazu führt, dass man zum Erbe eines riesigen Vermögens von um die 17 Millionen Dollar wird? Einfach so weiterleben, die Umstände ignorieren, wie es dazu kommen konnte? Soll er ein Leben in Luxus führen, den Job kündigen und einen Schnitt mit dem alten »Ich« machen? Menschlich, wenn man der Versuchung erliegt, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und den neuen Reichtum zu genießen. Genauso verfährt auch Andy Larkham, der Protagonist des Romans »Die Erbschaft« von Nicholas Shakespeare.
Doch ganz so unproblematisch, wie die Sache am Anfang scheint, ist es dann doch nicht. Andy fühlt sich nicht wohl bei dem Gedanken, nicht zu wissen, aus welchem Grund gerade er zu diesem unverhofften Vermögen gekommen ist. Vor allem die Art und Weise, in der das Testament verfasst wurde, gibt einige Rätsel auf. Auch er selbst verändert sich. Alte Freunde wenden sich ab und er entfernt sich immer mehr von seinem alten »Ich«. Sein bester Freund David drängt ihn herauszufinden wer Christopher Madigan war und über sein Leben ein Buch zu schreiben.
Andy macht sich schließlich auf die Suche. Auf eine Suche nach dem Ursprung des Geldes und seiner Geschichte. Denn er ahnt, dass das Geld nur so wirklich sein gefühltes Eigentum werden und er wieder zu sich selbst finden kann.
Es wird schnell klar, dass die Story mehr als reine Unterhaltung zu bieten hat.
Spätestens als Andy sich bei seinen Nachforschungen mit der Geschichte Armeniens auseinandersetzen muss, Themen wie Einsamkeit, Lüge, verratener Liebe und Enttäuschung von Bedeutung werden, bekommt die Handlung eine Dynamik. Der Lebemann Andy, der vor der Erbschaft weder besonders ehrgeizig war, noch sich großartig für seine Mitmenschen interessierte, seinen Job – er war Lektor für Bücher in einem kleinen Ratgeberverlag– zwar liebte, ihn aber nicht mir voller Hingabe erfüllte, verändert sich. Das Geld wirft Fragen auf, die er sich ansonsten wohl eher nicht gestellt hätte. Es weckt Skrupel und macht ihm klar, dass auch er menschliche Verpflichtungen hat, denen er nachkommen muss. Allein schon um seiner selbst Willen, aber auch aus Respekt vor seinen Mitmenschen. War die verpasste Beerdigung seines Lehrers der ausschlaggebende Punkt für seinen Reichtum, erkennt Andy, dass die verschiedenen Umstände, der Tod seines Lehrers, die Geschichte seines Erblassers, dessen Tochter, der Haushälterin und seine eigene Gemeinsamkeiten aufweisen. Er macht es sich zur Aufgabe, die Biografie seines Gönners ins rechte Licht zu rücken, damit wenigstens nach dessen Tod die Erinnerungen seiner Tochter nicht durch Intrigen verdorben sind und ein posthumer Frieden geschlossen werden kann.
Wie werde ich der, der ich bin’, ’nicht jeder ist das was er ist’. Was macht die Geschichte aus einem Menschen. Das sind die eigentlichen Fragen, die in diesem Roman auftauchen. und überall im Buch taucht auch Montaigne auf. Er glaubte z.B, ‘das Wichtigste auf Erden sei zu wissen, wie man zu sich selbst findet’. und vieles mehr.
Ein sehr spannend geschriebenes Buch über die Menschlichkeit.
Zitat: "Weißt du noch, wie ich sagte, du wärest nicht ohne Grund zu spät gekommen? Du hast diese siebzehn Millionen nicht umsonst erhalten. Betrachte es als Vorschuss auf ein Buch, das du noch nicht geschrieben hast. Als du bei der Beerdigung aufgetaucht bist, hast du den Vertrag abgeschlossen. Seitdem hast du das gemacht was jeder Scharlatan macht: deinen Vorschuss verprasst. Doch du musst auch ein bisschen rackern. Du musst ein bisschen schwitzen, um dich aus der Sackgasse zu schreiben, in die du geraten bist."
Montag, 17. März 2014
Meine Buchbesprechung für den März
Zunächst muss ich mich entschuldigen, dass ich es nicht zum 12.3. geschafft habe, aber ich hatte soviel beruflichen Stress, dass ich oft erst um 23 Uhr zu Hause war und nicht in der Lage noch irgendetwas zu schreiben.
Also mein Buch für den März ist 1. ziemlich alt und 2. umfasst es eigentlich 3 Bände, von denen ich bisher 2 gelesen habe (beim 2. bin ich auf den letzten Seiten!)
Den 1. Band habe ich seit meiner Kindheit und fand es immer extrem schade, dass ich die Folgebände nicht hatte (übrigens auch meine Tochter, der ich den Band vorgelesen hatte). Immer wieder habe ich danach gesucht und letztes Jahr vor Weihnachten im Netz gefunden.
Diese Bücher sind eine Mischung aus Sage/Märchen-Geschichts -und Geographiebuch und eine Entwicklungsgeschichte. Veröffentlicht 1943- ich habe aber auch schon 1938 gelesen.
Tamara Ramsay: Wunderbare Fahrten und Abenteuer der kleinen Dott
Die kleine Dorothea ( sie lebt in einem Dorf im Westen der Prignitz am Rambower See)geht entgegen der Bitte der Eltern, an Mittsommer heimlich über die Wiesen zu der Stelle, an der das ganze Dorf Mittsommer feiert. Sie sollte aber aber zu Hause bleiben um auf den schlafenden kleinen Bruder und die schlafende kranke kleine Schwester aufzupassen.
Um nicht gesehen zu werden läuft sie durch die moorigen Wiesen und als sie am Festplatz ankommt sieht sie wie ihr kleiner Bruder mit dem kranken Schwesterchen dort steht und erzählt dass Dott (so wird sie genannt)verschwunden war als das kranke Schwesterchen aufwachte.
Die kleine Dott schämt sich ganz furchtbar, will aber die Strafe annehmen und geht zu den Menschen- aber sie stellt fest, dass sie sie übersehen und nicht zuhören. Erst von einem alten Schäfer erfährt sie,als alle weg sind, dass sie niemand sehen kann.
Durch ihn erfährt sie dass ihr bei dem Gang durch die Wiesen wohl eine Rennefarre Blüte in den Schuh gefallen ist- sie ist jetzt unsichtbar für die Menschen,sie kann die Blüte nicht aus dem Schuh schütteln, da der Schuh nicht mehr auszuziehen ist-d.h. sie muss die Schuhe so lange anbehalten bis sie durchgelaufen sind und abfallen. Die Rennefarre bewirkt aber auch, dass sie die Sprache der Tiere und der Geistwesen versteht und dass sie in die Vergangenheit sehen kann.
Sie will erst wieder in ihr Heimatdorf zurückkehren wenn sie wieder sichtbar ist.
Später beschließt sie dann auch unbedingt ein Mittel zu finden um ihre kränkelnde Schwester heilen zu können.
Die kleine Dott versucht sich mit den Tieren anzufreunden um nicht alleine und schutzlos auf der Reise zu sein. Die Tiere flüchten vor ihr und nach einiger Zeit geben ihr ein Storch und ein Schwarzspecht eine Aufgabe um die Anerkennung der Tiere zu erlangen. Das geht nur wenn sie auf der Hundertjahre -Versammlung bei Frau Harke (Frau Holle) 3 Fürsprecher unter den Tieren findet. Dafür muss sie einigen Tieren helfen und sie vor Unglück rettten.
Es beginnt ein Abenteuer mit einem Graureiher, einem Uhu. Nachdem sie letztendlich vor Frau Harkes Hochsitz tritt und 3 Tiere für sie sprechen . Die Tiere werden sie fortan beschützen und ihr helfen und Frau Harke gibt ihr noch 3 Gräser mit von denen sie sich was wünschen kann.
Nun beginnt eine Reise durch das alte Brandenburg, durch die Gebiete die damals noch Ober- und Unterschlesien hießen und durch Sachsen.
Immer wieder reist sie in die Vergangenheit und so erfährt man die ganze Entwicklung dieser Gebiete von der Steinzeit bis zur Eisenzeit, welche Stäme während der Völkerwanderung wo waren und wo hinzogen. Wie das Land zwischen Elbe, Saale und Oder nach der Völkerwanderung von den Slawen besiedelt wurde und wie die Gebiete später wieder zum Deutschen Reich gehörten.
Für mich ist das hochinteressant, weil ich mich schon immer für die Besiedelungsgeschichten interessiert habe und ich zugeben muss, dass mir die östlichen Gebiete, bis auf grobe Zusammenhänge, bisher eher als weisse Flecken erschienen. Es war für mich z.B. spannend zu lesen, wie Breslau früher hieß, wie es gebaut,zerstört,wieder aufgebaut...... wurde.
Das ganze ist mit vielen Sagen- und Märchenelementen versehen, was die ganze Geschichte spannend und unterhaltsam macht.
Natürlich kehrt die kleine Dott am Ende des 3.Bandes nach Hause zurück und bringt auch Hilfe fürs Schwesterchen. Durch diese Reise ist sie ein gereiftes Mädchen geworden- also wie nach einer Initiationszeit.
Im Buch enthalten sind kleinere Plakate auf denen die Gebiete, die Geschichte in Stichworten und übersichtlichen Schautafeln nochmal dargestellt wird.
Ich werde in den nächsten Jahren sicher den einen oder anderen Ort dieser Reise mal aufsuchen.
Es ist nicht zu bestreiten, dass die Machart des Buches an Selma Lagerlöf's Nil Holdersson erinnert.
Sicher gibt es nur noch wenige Menschen die sich für solche Bücher interessieren, aber mir macht es großen Spaß es zu lesen.
Ich liebe diese alte Schrift und die Sprache.
Soweit für diesmal und ich hoffe es wird mir verziehen, dass ich so im Rückstand bin.
Also mein Buch für den März ist 1. ziemlich alt und 2. umfasst es eigentlich 3 Bände, von denen ich bisher 2 gelesen habe (beim 2. bin ich auf den letzten Seiten!)
Den 1. Band habe ich seit meiner Kindheit und fand es immer extrem schade, dass ich die Folgebände nicht hatte (übrigens auch meine Tochter, der ich den Band vorgelesen hatte). Immer wieder habe ich danach gesucht und letztes Jahr vor Weihnachten im Netz gefunden.
Diese Bücher sind eine Mischung aus Sage/Märchen-Geschichts -und Geographiebuch und eine Entwicklungsgeschichte. Veröffentlicht 1943- ich habe aber auch schon 1938 gelesen.
Tamara Ramsay: Wunderbare Fahrten und Abenteuer der kleinen Dott
Die kleine Dorothea ( sie lebt in einem Dorf im Westen der Prignitz am Rambower See)geht entgegen der Bitte der Eltern, an Mittsommer heimlich über die Wiesen zu der Stelle, an der das ganze Dorf Mittsommer feiert. Sie sollte aber aber zu Hause bleiben um auf den schlafenden kleinen Bruder und die schlafende kranke kleine Schwester aufzupassen.
Um nicht gesehen zu werden läuft sie durch die moorigen Wiesen und als sie am Festplatz ankommt sieht sie wie ihr kleiner Bruder mit dem kranken Schwesterchen dort steht und erzählt dass Dott (so wird sie genannt)verschwunden war als das kranke Schwesterchen aufwachte.
Die kleine Dott schämt sich ganz furchtbar, will aber die Strafe annehmen und geht zu den Menschen- aber sie stellt fest, dass sie sie übersehen und nicht zuhören. Erst von einem alten Schäfer erfährt sie,als alle weg sind, dass sie niemand sehen kann.
Durch ihn erfährt sie dass ihr bei dem Gang durch die Wiesen wohl eine Rennefarre Blüte in den Schuh gefallen ist- sie ist jetzt unsichtbar für die Menschen,sie kann die Blüte nicht aus dem Schuh schütteln, da der Schuh nicht mehr auszuziehen ist-d.h. sie muss die Schuhe so lange anbehalten bis sie durchgelaufen sind und abfallen. Die Rennefarre bewirkt aber auch, dass sie die Sprache der Tiere und der Geistwesen versteht und dass sie in die Vergangenheit sehen kann.
Sie will erst wieder in ihr Heimatdorf zurückkehren wenn sie wieder sichtbar ist.
Später beschließt sie dann auch unbedingt ein Mittel zu finden um ihre kränkelnde Schwester heilen zu können.
Die kleine Dott versucht sich mit den Tieren anzufreunden um nicht alleine und schutzlos auf der Reise zu sein. Die Tiere flüchten vor ihr und nach einiger Zeit geben ihr ein Storch und ein Schwarzspecht eine Aufgabe um die Anerkennung der Tiere zu erlangen. Das geht nur wenn sie auf der Hundertjahre -Versammlung bei Frau Harke (Frau Holle) 3 Fürsprecher unter den Tieren findet. Dafür muss sie einigen Tieren helfen und sie vor Unglück rettten.
Es beginnt ein Abenteuer mit einem Graureiher, einem Uhu. Nachdem sie letztendlich vor Frau Harkes Hochsitz tritt und 3 Tiere für sie sprechen . Die Tiere werden sie fortan beschützen und ihr helfen und Frau Harke gibt ihr noch 3 Gräser mit von denen sie sich was wünschen kann.
Nun beginnt eine Reise durch das alte Brandenburg, durch die Gebiete die damals noch Ober- und Unterschlesien hießen und durch Sachsen.
Immer wieder reist sie in die Vergangenheit und so erfährt man die ganze Entwicklung dieser Gebiete von der Steinzeit bis zur Eisenzeit, welche Stäme während der Völkerwanderung wo waren und wo hinzogen. Wie das Land zwischen Elbe, Saale und Oder nach der Völkerwanderung von den Slawen besiedelt wurde und wie die Gebiete später wieder zum Deutschen Reich gehörten.
Für mich ist das hochinteressant, weil ich mich schon immer für die Besiedelungsgeschichten interessiert habe und ich zugeben muss, dass mir die östlichen Gebiete, bis auf grobe Zusammenhänge, bisher eher als weisse Flecken erschienen. Es war für mich z.B. spannend zu lesen, wie Breslau früher hieß, wie es gebaut,zerstört,wieder aufgebaut...... wurde.
Das ganze ist mit vielen Sagen- und Märchenelementen versehen, was die ganze Geschichte spannend und unterhaltsam macht.
Natürlich kehrt die kleine Dott am Ende des 3.Bandes nach Hause zurück und bringt auch Hilfe fürs Schwesterchen. Durch diese Reise ist sie ein gereiftes Mädchen geworden- also wie nach einer Initiationszeit.
Im Buch enthalten sind kleinere Plakate auf denen die Gebiete, die Geschichte in Stichworten und übersichtlichen Schautafeln nochmal dargestellt wird.
Ich werde in den nächsten Jahren sicher den einen oder anderen Ort dieser Reise mal aufsuchen.
Es ist nicht zu bestreiten, dass die Machart des Buches an Selma Lagerlöf's Nil Holdersson erinnert.
Sicher gibt es nur noch wenige Menschen die sich für solche Bücher interessieren, aber mir macht es großen Spaß es zu lesen.
Ich liebe diese alte Schrift und die Sprache.
Soweit für diesmal und ich hoffe es wird mir verziehen, dass ich so im Rückstand bin.
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Mittwoch, 12. Februar 2014
Buchparade Februar 2014
Heute möchte ich das Buch von
Rafik Schamir: Die dunkle Seite der Liebe
vorstellen.
Trotz des großen Umfang des Buches gelingt es Rafik Schamir immer die Spannung zu halten. Es war ein Jugendtraum: "Man müsste (...) einen Roman über alle Spielarten der verbotenen Liebe in Arabien schreiben", dachte Schami als 16-jähriger und schreibt das hier im letzten, sozusagen dem "Making-of-Kapitel" auf.
In den Rezensionen wird oft nur Bezug genommen auf die "syrische Romeo und Julia Geschichte",
aber es ist viel mehr als das!
Schon in der dritten Generation nämlich bekriegen sich in "Die dunkle Seite der Liebe" die Schahins und die Muschtaks, obwohl beides christliche Familien sind, aber orthodox die einen, katholisch die anderen. Beides sind vom arabisch-islamischen Ehrbegriff und Clandenken (Blutrache,Stammesfehden, etc.) geprägt, so dass ihre jüngsten Sprösslinge, die sich ineinander verliebt haben, eine abenteuerliche Flucht wagen und schließlich, nach vielen Umwegen den Gang ins Exil antreten müssen. Man erfährt viel über die politische Entwicklung Syriens und welche Auswirkungen auch da der arabische Ehrbegriff und das Clandenken hat! Immer wieder sind diese beiden Clans oft auf den ersten Blick nicht erkennbar miteinander verwoben!
Das Buch ist wie ein "Mosaik" in verschiedene Bücher ( Buch der Liebe,Buch des Werdens,Buch des Lachens,Buch der Hölle,.....) unterteilt und am Anfang steht immer ein wunderbarer Ausspruch- was mich jetzt am Ende des Buches dazu veranlasst demnächst mal die verschiedenen Kapitel der "Bücher" -die über das ganze Buch verteilt sind- in Zusammenhang zu bringen.
Das Buch hat, wie alles von Rafik Schamir, eine wunderbare Sprache und Sprachbilder.
Das Buch endet mit dem "Buch der Farbe" - als Spruch: Die schönste aller Farben ist die geheime Farbe der Worte.
Dieser Schluß verwundert nicht, wenn man weiß, das der Autor drei Sommer lang bei einem alten Meister der Kalligraphie gelernt hatte, dessen zusätzliche Leidenschaft die eines Mosaikkünstlers war, der eine besondere Technik entwickelt hatte.
Das Buch schließt mit dem Satz:
Dies ist der letzte Stein meiner Geschichte. Er liegt im Mosaikbild unten links und trägt die Nummer 304.
Nächsten Monat wird es eine ganz andere Richtung geben in meiner Buchbesprechung.
Wird aber noch nicht verraten.
Rafik Schamir: Die dunkle Seite der Liebe
vorstellen.
Trotz des großen Umfang des Buches gelingt es Rafik Schamir immer die Spannung zu halten. Es war ein Jugendtraum: "Man müsste (...) einen Roman über alle Spielarten der verbotenen Liebe in Arabien schreiben", dachte Schami als 16-jähriger und schreibt das hier im letzten, sozusagen dem "Making-of-Kapitel" auf.
In den Rezensionen wird oft nur Bezug genommen auf die "syrische Romeo und Julia Geschichte",
aber es ist viel mehr als das!
Schon in der dritten Generation nämlich bekriegen sich in "Die dunkle Seite der Liebe" die Schahins und die Muschtaks, obwohl beides christliche Familien sind, aber orthodox die einen, katholisch die anderen. Beides sind vom arabisch-islamischen Ehrbegriff und Clandenken (Blutrache,Stammesfehden, etc.) geprägt, so dass ihre jüngsten Sprösslinge, die sich ineinander verliebt haben, eine abenteuerliche Flucht wagen und schließlich, nach vielen Umwegen den Gang ins Exil antreten müssen. Man erfährt viel über die politische Entwicklung Syriens und welche Auswirkungen auch da der arabische Ehrbegriff und das Clandenken hat! Immer wieder sind diese beiden Clans oft auf den ersten Blick nicht erkennbar miteinander verwoben!
Das Buch ist wie ein "Mosaik" in verschiedene Bücher ( Buch der Liebe,Buch des Werdens,Buch des Lachens,Buch der Hölle,.....) unterteilt und am Anfang steht immer ein wunderbarer Ausspruch- was mich jetzt am Ende des Buches dazu veranlasst demnächst mal die verschiedenen Kapitel der "Bücher" -die über das ganze Buch verteilt sind- in Zusammenhang zu bringen.
Das Buch hat, wie alles von Rafik Schamir, eine wunderbare Sprache und Sprachbilder.
Das Buch endet mit dem "Buch der Farbe" - als Spruch: Die schönste aller Farben ist die geheime Farbe der Worte.
Dieser Schluß verwundert nicht, wenn man weiß, das der Autor drei Sommer lang bei einem alten Meister der Kalligraphie gelernt hatte, dessen zusätzliche Leidenschaft die eines Mosaikkünstlers war, der eine besondere Technik entwickelt hatte.
Das Buch schließt mit dem Satz:
Dies ist der letzte Stein meiner Geschichte. Er liegt im Mosaikbild unten links und trägt die Nummer 304.
Nächsten Monat wird es eine ganz andere Richtung geben in meiner Buchbesprechung.
Wird aber noch nicht verraten.
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